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Schritt für den Klimaschutz

Paris, Madrid, Athen und Mexiko-Stadt wollen bis zum Jahr 2025 sämtliche Dieselfahrzeuge aus ihren Städten verbannen. Es sei ihr Beitrag zur Verringerung von Luftverschmutzung und Treibhausgasen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung vom Dezember 2016.

Die Bürgermeister wollen stattdessen alternative Fortbewegungsmittel propagieren, darunter Elektrofahrzeuge, Fahrräder - und zu Fuß zu gehen. Dafür soll es eigene Anreize geben, so die Bürgermeister bei einem internationalen Bürgermeistertreffen in Mexiko-Stadt. Das Verbot soll Pkws und auch Lkws betreffen, berichtete die BBC. Die vier Städte sind von Luftverschmutzung stark betroffen.

Städte müssen „rasch“ handeln

Die Städte seien die „Vorreiter“ im Klimaschutz, müssten aber „rasch“ handeln, forderte die Präsidentin der Städtevereinigung C40, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. In der Vereinigung sind rund 90 Städte zusammengeschlossen, darunter auch New York, Rio de Janeiro, Berlin, London und Hongkong, die zusammen 650 Millionen Menschen und 25 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Ein Drittel der weltweiten Treibhausgase werde von den Städten verursacht, verteidigten die Bürgermeister unter Berufung auf eine Studie den Schritt. Man wolle nun alles in der Macht Stehende unternehmen, um alternative Antriebe, darunter auch Wasserstoff, voranzutreiben. Mit dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel wolle Mexiko-Stadt etwa zusätzlich den immer stärker werdenden Verkehr eindämmen. Auch in die Radinfrastrukur will Bürgermeister Miguel Mancera investieren.

Investitionen in Milliardenhöhe

Die Bürgermeister legten in Mexiko-Stadt Empfehlungen vor, wie die Emissionen um die Hälfte reduziert werden können. Um dieses Ziel zu erreichen, seien in den kommenden vier Jahren Investitionen von 375 Milliarden Dollar notwendig. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WTO) sterben jährlich rund drei Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung.

Paris hat bereits einige Schritte gegen Dieselfahrzeuge gemacht wie ein Fahrverbot für die Innenstadt. Man wolle sich Tokio als Beispiel nehmen und Dieselfahrzeuge nun eben komplett von den Pariser Straßen verbannen, sagte Bürgermeisterin Hidalgo. Begleitmaßnahmen sollen den Parisern den Umstieg erleichtern, sagte Hidalgo, ohne Details zu nennen.

Druck auf Autoindustrie steigt

Ein Dieselverbot in diesen vier Städten würde laut BBC die Autohersteller verstärkt unter Zugzwang setzen, denn Verbote in weiteren Städten könnten bald folgen. Dabei seien Dieselfahrzeuge von Regierungen früher selbst als Mittel gegen zu hohe CO2-Emissionen propagiert worden. Doch die Autohersteller hätten die Regierungen über die tatsächlichen Effekte von Dieselfahrzeugen getäuscht.

Dieseltreibstoff ist in den vergangenen Jahren zunehmend unter Beschuss geraten. Der Ausstoß vor allem von Feinstaub ist bei Dieselmotoren höher als bei Benzinmotoren, ebenso die Stickoxidemission. Stickoxide können Atemwegsprobleme auch bei nicht vorbelasteten Menschen auslösen, sind an der Entstehung von saurem Regen beteiligt und verstärken die Erderwärmung.

Das Pariser UNO-Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

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