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Letzte Tage entscheiden

Eiseskälte und das Hoch „Brigitta“ haben Österreich seit Tagen fest in der Hand. Dass der Jänner heuer rekordverdächtig frostig ist, ist nicht nur ein Gefühl: Der Monat könnte laut der ORF-Wetterredaktion der kälteste seit 30 Jahren werden. Darüber entscheiden zwar noch die letzten Tage, die Chancen für einen Rekord stehen aber gut.

Bis Montag lagen die mittleren Temperaturen des Jänners landesweit bei frostigen minus sechs Grad. Damit übertrumpft er allein in den vergangenen 15 Jahren die beiden kältesten Vorgängermonate, den Jänner 2006 mit durchschnittlichen 5,6 Grad minus sowie 2010 mit einem Mittel von 4,9 Grad unter null.

Februar fällt Winterbilanz

Bleibt die Temperatur auf dem niedrigen Niveau, dürfte der Jänner kälter als alle Vorgängermonate bis 1987 werden. Damals lag die mittlere Temperatur laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bei minus 6,9 Grad. Auch die Jahre 1985 und 1979 waren kälter als der heurige Jänner: 1985 lag die mittlere Temperatur bei minus 8,2 Grad, 1979 bei minus 6,2.

Grafik zur Lufttemperatur im Jänner

Grafik: ORF.at; Quelle: ZAMG

Ob der gesamte Winter als überdurchschnittlich kalt in die Geschichte eingehen wird, wird aber erst der Februar entscheiden. Denn obwohl sich der Jänner als eisiger Geselle gezeigt hat, war der Dezember relativ mild. Folgt auch der Februar diesem Trend, dürfte die kalte Jahreszeit an sich insgesamt nicht aus der Reihe fallen.

Sonne und 19,3 Grad im Jänner 2016

Dass der heurige Jänner als eisig empfunden wird, dafür dürfte auch die Erinnerung an seine jüngsten Vorgänger sorgen. Der vergangene Jänner hatte zwar zwei Kältephasen mit zehn bis 22 Grad minus zu bieten, er lockte aber auch mit frühlingshaften 19,3 Grad in Wiener Neustadt. Ähnlich warm ums Herz kann einem beim Gedanken an den Jänner 2015 werden: Damals wurde mit 21,7 Grad in Graz sogar der Monatswärmerekord gesprengt.

Heuer kann davon keine Rede sein. Allein in Wien liegen die Temperaturen seit sieben Tagen unter dem Durchschnitt. Minustemperaturen von bis zu 12,3 Grad und Schneefall bringen die Hauptstadt zum Zittern. Auch in allen anderen Landeshauptstädten kam es zu Minusgraden im zweistelligen Bereich, wobei Salzburg mit minus 17,7 Grad die Rangliste anführt.

Schnee und Eis für Wintervergnügen

Auch was die Schneelage anbelangt werden die Erwartungen an einen klassischen Jänner nicht enttäuscht. Derzeit liegt in weiten Teilen Österreichs Schnee, unter anderem können sich die Alpennordseite, der Norden der Obersteiermark und weite Teile Westösterreichs über reichlich Weiß freuen.

Vereiste Blüten

ORF.at/Carina Kainz

Besonders in der Früh bleibt es auch in den kommenden Tagen eisig

Schneefrei sind das östliche Flachland, der Südwesten Kärntens und die Niederrungen Osttirols. Zumindest für den Osten stehen die Chancen auf baldigen Schneefall schlecht. Bis auf ein paar Flocken oder unberechenbaren Industrieschnee wird wohl kaum noch Schnee fallen.

Mehr Kälte und Nebel vor der Tür

Ein Ende der Kälte ist nicht in Sicht. Auch in den kommenden Tagen ist vor allem in der Früh mit klirrend kalten Wintertemperaturen von bis zu minus 19 Grad zu rechnen. Zudem dürfte sich dichter Nebel über weite Teile des Landes legen. Laut dem ORF-Wetter trüben am Mittwoch Nebel, Hochnebel und tiefe Wolken in Niederösterreich, Wien, im Burgenland und im Osten der Steiermark den ganzen Tag den Himmel. Stellenweise kann es leicht schneien.

Am Donnerstag dürfte sich schon im Lauf des Vormittags an der Alpennordseite die Sonne durchsetzen. Im Osten ist es in der Früh und am Vormittag noch bewölkt oder nebelig. Die Temperaturen erreichen minus 6 bis plus 4 Grad, im Bergland ist es mit minus 7 bis plus 2 Grad kaum kälter.

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