Landwirte stauben EU-Ratsgebäude mit Milchpulver ein

Im Brüsseler EU-Viertel haben Hunderte Landwirte gegen den geplanten Verkauf von Milchpulvervorräten protestiert. Die Demonstranten verteilten heute vor dem Tagungsort der EU-Gipfel große Mengen Milchpulver, um sich gegen einen befürchteten Preisverfall zu wehren. Die Bauern setzten dazu landwirtschaftliche Maschinen ein, sodass EU-Ratsgebäude und Polizisten von weißem Pulver eingehüllt wurden.

Protesaktion europäischer Milchbauern vor dem Europäischen Ratsgebäude

APA/AP/Geert Vanden Wijngaert

Der Verband des European Milk Board kritisierte, dass die Landwirte trotz eines Preisanstiegs auf rund 32 Cent pro Liter Milch noch immer nicht die Produktionskosten von über 40 Cent pro Liter decken könnten. Deshalb müssten die Preise weiter steigen.

Großkauf zur Preisstabilisierung

Die EU hatte große Mengen von Milchpulver gekauft, um die Marktpreise zu stabilisieren. Im November wurde mitgeteilt, dass einiges davon wieder verkauft werden soll, sobald die Preise angezogen haben. Nach Darstellung der EU-Kommission sollen nur kleine Mengen der Milchpulverbestände von 354.000 Tonnen auf den Markt kommen.

Das werde ohne Auswirkung auf die Preise oder die Stabilität des Marktes bleiben. „Die Kommission zu beschuldigen, dass sie den Markt für Milchprodukte absichtlich verzerrt, ist gleichbedeutend mit Panikmache“, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde.