Themenüberblick

Wien mit 13,6 Prozent Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote für ganz Österreich betrug im Jahr 2016 im Schnitt 9,1 Prozent. Bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Regionen zeigt sich allerdings, dass das Gefälle zwischen Gebieten mit niedriger und hoher Arbeitslosigkeit größer geworden ist.

Die höchste Arbeitslosigkeit gab es 2016 in Wien, die niedrigste im oberösterreichischen Arbeitsmarktbezirk Rohrbach. Die Arbeitslosenquote der Bundeshauptstadt lag im Vorjahr bei 13,6 Prozent, um 0,2 Prozentpunkte höher als im Jahr 2015. In Rohrbach hingegen sank sie um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent.

Kärnten stark betroffen

Insgesamt zeigt sich die Arbeitsmarktlage in Österreich je nach Bezirk sehr unterschiedlich. Hinter der Bundeshauptstadt schnitt auch das Bundesland Kärnten sehr schwach ab. In gleich vier Kärntner AMS-Bezirken lag die Arbeitslosenquote über zehn Prozent: Spittal an der Drau (12,1 Prozent), Villach (11,8 Prozent), Klagenfurt (11,3 Prozent) und Völkermarkt (11,2 Prozent).

Sehr hohe Arbeitslosenquoten wiesen auch Wiener Neustadt (11,3 Prozent), der AMS-Bezirk Baden neu (10,6 Prozent) und Gmünd (elf Prozent) in Niederösterreich auf. Auch Graz (10,1 Prozent) sowie Oberwart (10,6 Prozent) und Stegersbach (10,3 Prozent) im Burgenland waren stark von Arbeitslosigkeit betroffen.

Grafik zur regionalen Arbeitslosigkeit

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/AMS

„Strukturschwache“ Regionen etwa zwischen dem Waldviertel und dem südlichen Burgenland kämpfen seit Jahrzehnten mit dieser Entwicklung. Als Standort für Großunternehmen wenig attraktiv fehlt es an Jobs, die Folge ist Abwanderung. Es gebe aber auch positive Signale, sagte etwa Herbert Paierl, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservices (AMS) im steirischen Hartberg, unlängst gegenüber ORF.at und verwies auf das Projekt Regionalentwicklung Oststeiermark.

Die „grüne Wiese“ und neue Ideen

Regionalentwicklung ist auch das Stichwort für Matthias Firgo, Bereichskoordinator für Strukturwandel und Regionalentwicklung am Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO). Es habe wenig Sinn zu versuchen, Unternehmen „auf der grünen Wiese“ anzusiedeln, wobei „grüne Wiese“ in diesem Zusammenhang Strukturinitiativen ohne Basis meint.

Die moderne Sicht der Dinge sei die, dass Modernisierungskonzepte aus der Region herauskommen und auf regionale Stärken aufbauen müssen, sagte der Wirtschaftswissenschaftler. Vor allem müsse man versuchen, wieder so attraktiv zu werden, dass junge Menschen nicht mehr abwandern bzw. nach der Ausbildung in Wien oder Graz wieder zurückkommen. Dabei spielten auch Faktoren wie Lebensqualität eine Rolle. Lokale Zentren wie Bezirkshauptstädte müssten gestärkt und attraktiver gemacht werden.

Salzburg mit niedrigster Landeshauptstadtquote

Besonders wenige Arbeitslose finden sich in Österreich in den oberösterreichischen AMS-Bezirken Rohrbach (3,4 Prozent), Eferding (3,7 Prozent) sowie in Freistadt (4,4 Prozent). Unter den Landeshauptstädten sind die Top-Drei-Metropolen mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit Salzburg (6,1 Prozent), Bregenz (6,3 Prozent) und Innsbruck (6,5 Prozent).

Die Daten stützen sich auf die vom AMS ermittelten Arbeitslosenquoten ohne Schulungsteilnehmer. Die hier aufgeführten Arbeitsmarktbezirke stimmen nicht unbedingt mit den politischen Bezirken überein. Die Quote wird nach nationaler Berechnung ermittelt, nach EU-Methode liegt sie niedriger.

Insgesamt waren im Jahr 2016 im Schnitt 357.313 Menschen arbeitslos, um 2.981 Personen oder 0,8 Prozent mehr als im Jahr 2015. Die Zahl der jahresdurchschnittlich arbeitslosen Personen und Schulungsteilnehmer stieg 2016 im Vergleich zum Jahr davor um 1,2 Prozent auf 424.523 Betroffene.

Links: