Internationaler Haftbefehl gegen IS-Kommandanten

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat einem Bericht zufolge den ersten internationalen Haftbefehl gegen einen Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wegen Kriegsverbrechen und Völkermord erwirkt.

Dem Bundeskriminalamt (BKA) sei es durch die Befragung mehrerer Opfer gelungen, einen ranghohen IS-Kommandanten zu identifizieren, der maßgeblich für die Versklavung Tausender jesidischer Frauen im Nordirak verantwortlich sein soll, berichtete die „Welt am Sonntag“. Der Haftbefehl sei bereits im vergangenen Dezember ausgestellt worden.

UNO-Kommission: „Völkermord“

Der IS hatte 2014 im nordirakischen Sindschar-Gebirge Tausende jesidische Frauen und Mädchen verschleppt und versklavt. Eine UNO-Untersuchungskommission wertete die Angriffe der Islamisten auf die jesidische Minderheit als „Völkermord“, da der IS die Religionsgruppe systematisch vernichten wolle.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 29.000 Jesiden aus dem Irak in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt. Die Jesiden bilden in mehreren Ländern vor allem der Nahost-Region religiöse Minderheiten. Ethnisch rechnen sie sich überwiegend zur Volksgruppe der Kurden.