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Nach Dürre von Wassermassen überrascht

Rund 180.000 Menschen haben sich in Kalifornien vor dem drohenden Bruch eines riesigen Staudamms in Sicherheit gebracht. Der Notabflusskanal des Oroville-Staudamms weise starke Erosionsschäden auf, warnte der nationale Wetterdienst am Sonntag (Ortszeit).

Bei einem Bruch müsse mit einer nicht kontrollierbaren Überflutung gerechnet werden. Die Anlage liegt rund 125 Kilometer nördlich von Sacramento. Um eine Katastrophe zu verhindern, leitete die zuständige Behörde zunächst größere Wassermassen wieder über den Hauptabfluss des Staudamms ab.

Am Abend konnten die Behörden dahingehend eine Entspannung der Situation vermelden. Der unkontrollierte Abfluss von Wassermassen sei aufgehalten worden. Reparaturarbeiten an dem durch Erosion beschädigten Abflusskanal sollten am Montag beginnen.

Kanal erstmals in Benützung

Der beschädigte Kanal war erst in der vergangenen Woche zum Einsatz gekommen, zum ersten Mal in der Geschichte des 48 Jahre alten Staudamms. Er sollte eigentlich den Hauptabfluss entlasten, der ebenfalls Schäden aufwies. Der 235 Meter hohe und rund 2.300 Meter lange Damm staut den Oroville-See auf und dient der Stromgewinnung.

Damm

APA/AP/Rich Pedroncelli

Bei der erstmaligen Benützung ist der Kanal mit den Wassermassen überfordert

Betonbrocken herausgebrochen

Am Donnerstag begannen Ingenieure dann, Wasser über den Damm abzuleiten, nachdem sie gesehen hatten, dass im Abflusskanal große Betonbrocken herausgebrochen waren. Sonntagabend war das Risiko eines Dammbruchs laut Behörden etwas zurückgegangen, da der Wasserstand des Sees etwas zurückging. Mittlerweile teilte die kalifornische Wasserbehörde mit, dass über den Überlaufkanal derzeit kein Wasser mehr fließt.

Allerdings werden laut Wettervorhersage in dieser Woche weitere Regen- und Schneefälle erwartet, und spätestens dann könnte sich die Lage erneut gefährlich zuspitzen. Der Leiter der Wasserbehörde, Bill Croyle, sagte, vorerst werde weiter Wasser über den Hauptdamm in Mengen von 2.800 Kubikmetern pro Sekunde abgelassen. Ziel ist es, das Niveau des Wasserspeichers um mehrere Meter abzusenken.

Damm

APA/AP/California Department of Water Resources/William Croyle

Um den Entlastungskanal nicht zu überlasten, werden große Wassermassen „wild“ über den Damm abgelassen

Behörden wollen Leck stopfen

Zugleich wollen die Behörden versuchen, das Loch im Notabflusskanal mit Felsblöcken zu stopfen. Die Situation sei weiter gefährlich, und Bewohner in Orten flussabwärts wurden aufgerufen, sich an höher gelegene Orte zu begeben.

Teile Kaliforniens waren in den vergangenen Tagen wegen heftiger Regenfälle unter Wasser gestanden. Bewohner wurden aus ihren Häusern gerettet, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war. Die Wassermassen überraschten den Bundesstaat nach Jahren der Dürre.

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