Proteste gegen Polizeigewalt erreichen Paris

Die seit rund zwei Wochen anhaltenden französischen Proteste gegen Polizeigewalt haben nun nach den Vororten auch Paris selbst erreicht.

In einem Viertel nahe dem Montmartre lieferten einander gestern Abend vermummte Demonstranten und Polizisten gewaltsame Auseinandersetzungen. Einige der rund 400 Teilnehmer der Kundgebung warfen Brandsätze und Flaschen, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Nach der Misshandlung eines jungen Schwarzen durch vier Polizisten ist die Stimmung in den Pariser Vororten aufgeheizt.

Die Teilnehmer riefen „die Polizei ist rassistisch“ und hielten Spruchbänder in die Höhe mit Aufschriften wie „Gegen Polizeigewalt“. Zudem setzten sie Mistkübel in Brand. Nach Polizeiangaben gehörten viele der Demonstranten zu antifaschistischen und anarchistischen Gruppen.

Wochenlange Proteste nach Misshandlung durch Polizei

Auslöser für die Proteste ist die Misshandlung eines 22-Jährigen in der Pariser Vorstadt Aulnay-sous-Bois Anfang Februar. Vier Polizisten verletzten ihn bei einer Kontrolle wegen angeblichen Drogenhandels am 2. Februar mit Schlagstöcken schwer und misshandelten ihn. Die Polizisten sind vom Dienst suspendiert, gegen sie laufen Ermittlungen.

Seitdem gibt es im Großraum der französischen Hauptstadt fast jede Nacht gewaltsame Proteste. Auch im nordfranzösischen Rouen gab es Ausschreitungen. Dort wurden 21 Menschen festgenommen, nachdem Randalierer Schaufenster eingeschlagen und Mistkübel angezündet hatten. In anderen Städten wie Rennes und Toulouse blieben die Proteste dagegen friedlich.