Hunderte stürmen spanische Exklave Ceuta

Bei einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta ist es etwa 500 Menschen gelungen, den Grenzzaun von Marokko aus zu überwinden. Wie marokkanische Behörden heute mitteilten, hätten etwa 1.000 Menschen versucht, den Doppelzaun zur spanischen Exklave zu stürmen.

An mehreren Stellen seien die Migranten, die den Angaben zufolge überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara kommen sollen, „gewaltsam und sehr organisiert“ vorgegangen. Mehrere Flüchtlinge und Polizisten seien verletzt worden.

Migranten und spanische Polizisten in Ceuta

AP/Jesus Moron

Nach Angaben des Roten Kreuzes gelangten rund 500 Menschen in die spanische Exklave. 18 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden. Es ist in diesem Jahr bereits das zweite Mal, dass Flüchtlinge bei einem Massenansturm versuchen, die Grenzanlagen zu stürmen. In der Neujahrsnacht war der Versuch von mehr als 1.100 Migranten gescheitert, auf diesem Weg nach Europa zu gelangen.

Der doppelte Zaun, der Ceuta vom marokkanischen Staatsgebiet trennt, ist acht Kilometer lang und sechs Meter hoch. Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. Die beiden spanischen Exklaven sind die einzigen Landgrenzen, die Europa mit Afrika hat.