Themenüberblick

„Das ist ein Wahnsinn“

Ende Februar hat Nathan Trent gemeinsam mit dem ORF den selbst komponierten Song „Running on Air“, mit dem er nach Kiew fährt, offiziell vorgestellt. Es ist ein Midtempo-Song, der in fast balladenhaften Strophen und einem deutlich an Tempo gewinnenden, eingängigen Refrain eine sehr persönliche Geschichte des 24-jährigen Tirolers erzählt.

Auch wenn der Ausgangspunkt eine Krise war: Der englische Song versprüht trotzdem genügend von der für den Contest obligaten positiven und optimistischen Stimmung. „If you push me down / I’ll get up again. If you let me drown/ I’ll be swimming like a champion“ („Wenn du mich umstößt, stehe ich wieder auf. Wenn du mich untergehen lässt, werde ich schwimmen wie ein Champion“), singt der Sänger mit österreichischen und italienischen Wurzeln, im Refrain - mehr dazu in oe3.ORF.at.

Nathan Trent

ORF.at/Dominique Hammer

„Running on Air“ ist für Song-Contest-Verhältnisse sparsam instrumentiert - das bringt Nathan Trents Stimme mehr zur Geltung

Dass der Song zu langsam sein könnte, um beim berüchtigt-unberechenbaren Song-Contest-Publikum punkten zu können, glaubt Trent nicht. Midtempo-Songs gebe es im Moment wenige. Aber daran habe er sich ohnehin nicht orientiert. Vielmehr ist „der Vibe, den der Song übermittelt, die Aussage“. Und wie groß die Chancen auf den Song-Contest-Jackpot sind, könne man sowieso nicht ausrechnen. Es sei einfach „immer unsicher, wie man gerankt wird“.

„Der letzte Song“

Der Song sei eigentlich zufällig entstanden, betont Trent, der mit bürgerlichem Namen Nathanaele Koll heißt, im Interview mit ORF.at freimütig. „Ich hatte bereits einige Songs geschrieben. Es war der letzte Song, den ich nicht absichtlich, sondern eigentlich nur so geschrieben habe. Aber es wurde dann offenbar der Song, der am meisten überzeugt hat“, so Trent hörbar gutgelaunt und voller Erwartung auf das bevorstehende Abenteuer.

Gefragt, ob er selbst auch diesen Song gewählt hätte, betont Trent „im Prinzip ja, weil er so persönlich ist. Es ist irrsinnig schön, dass ich es auf einer so großen Bühne teilen kann.“

Nathan Trent

ORF.at/Dominique Hammer

Mit 24 Jahren besingt der Tiroler bereits Stehaufmanderl-Qualitäten

Was „ganz macht“

Der Song handle von einer persönlichen Krise, einem Moment, „als es sehr viel Unsicherheit gegeben hat“: Als er mit seinem Musical-Studium fertig geworden sei, „habe ich nicht gewusst, was ich machen soll. Im Song geht es eigentlich darum, die guten und die schlechten Zeiten zu schätzen, weil erst das eigentlich jemanden ganz macht.“ Tatsächlich heißt es im Refrain „There will be good times/ there’ll be bad times / I don’t care / ‚cause I’m running on air“ („Es wird gute und schlechte Zeiten geben. Aber das macht mir nichts, denn ich leb‘ allein von Luft.“).

Eigentlich sei das eine „Dankbarkeitshymne“. „Ich habe das Lied als Motivation für mich selbst geschrieben, um den Weg wieder zu finden. Es ist einfach eine Dankbarkeit an allem, was ich bisher erleben durfte“, gibt sich Trent im Gespräch spürbar happy über die auch für ihn überraschende Wende im Leben.

„Absoluter Push“

Dass er für den Song Contest ausgewählt wurde, habe ihm „absolut“ einen Push gegeben. Vor wenigen Monaten habe er das „nicht einmal in Erwägung gezogen“, ist Trent, der bisher eine Single veröffentlichte, selbst erstaunt über sein Glück. Er dachte, Musical, das Fach, das er studierte, würde sein Weg werden. Und: „Ich wollte einfach nebenbei mal was veröffentlichen. Aber dass das so einen Schneeballeffekt haben würde, dass ich so eine Möglichkeit kriege, ist ein Wahnsinn.“

Nathan Trent

ORF.at/Dominique Hammer

Abgehoben ist Trent nicht. Aber vielleicht wird es ja in Kiew zum Abheben!

Als Künstler könne man sich gar nicht mehr wünschen als diese nationale und internationale Plattform. Und, fügt Trent hinzu, natürlich würde er gern in diese Richtung weiterarbeiten. Erste Gehversuche in der Vergangenheit, schildert Trent lachend, seien nach wenigen Monaten gescheitert: Er habe einmal eine Band gegründet, doch die hielt nur drei Monate. „Das ist nicht so gut ausgegangen. Wir waren von der Einstellung her einfach zu unterschiedlich“, nimmt er es im Nachhinein locker. Sein Ziel sei es nun, „mich als Sänger zu etablieren, aber im Moment hat der Song Contest die volle Priorität, und ich werde mich sehr darauf vorbereiten“.

Ein Konzept für die Bühnenshow steht bereits. Jetzt schaue man, wie umsetzbar es sei. Es gebe schon einige Ideen, „um den Song visuell zu unterstützen“ - verraten will und darf Trent das freilich noch nicht: „Das ist alles topsecret.“

„Für mich Italien Favorit“

So sehr Profi ist Nathan Trent jedenfalls bereits, dass er seine Konkurrenz im Auge behält. Er habe bereits einige Songs anderer Kandidatinnen und Kandidaten gehört, betont er. Bis jetzt sei Italien sein „absoluter Favorit“, und das nicht nur wegen seiner italienischen Wurzeln. „Occidentali’s Karma“ sei „einfach ein sehr schöner Gute-Laune-Song“ und der Sänger Francesco sehr sympathisch.

Links: