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Elektropop und Powerballaden

Mitte Mai geht der Eurovision Song Contest in Kiew über die Bühne. Zwei Monate vorher, Mitte März, mussten alle Länder ihre Teilnehmer und deren Songs offiziell angemeldet haben. In manchen Ländern, wie Schweden, werden die Kandidaten in aufwendigen nationalen Vorentscheiden ausgewählt.

In Italien ist das etwa das Sanremo-Festival, das heuer der 35-Jährige Francesco Gabbani für sich entscheiden konnte. Sein eingängiger Elektropop-Song „Occidentali’s Karma“ führt auf den Fanseiten derzeit auch die Rankings an und wird bei den eingefleischten Song-Contest-Beobachtern als Siegeskandidat unter den bereits bekannten Titeln gehandelt.

Auch sehr beliebt in der Gunst der Fans ist die 29-jährige Alma, die Frankreich mit ihrem Song „Requiem“ vertreten wird. Auch sie hat einen Dancepop-Song im Gepäck, den sie im Moment noch im Vorprogramm bei Konzerten von Vorjahreskandidaten Amir zum Besten gibt.

Schwermütige Finnen gegen bunte Letten

Schwermütig versucht es heuer Finnland: „Blackbird“ heißt der Beitrag, mit dem sich das Duo Norma John beim nationalen Vorentscheid Uuden Musiikin Kilpailu durchsetzen konnte. Lettland beweist dafür Mut zur Farbe und hofft mit der Band Triana Park und der Dance-Nummer „Line“ aufzufallen. Falls das musikalisch nicht klappt, soll die grellbunte Bühnenshow helfen.

Deutschland fand heuer in einer einzigen Show sowohl Kandidatin als auch Song für 2017. Die 26-jährige Levina Lueen wird mit „Perfect Life“ antreten. Geschrieben wurde die Nummer von Songwriterin Lindy Robbins, die unter anderem schon mit den Backstreet Boys und David Guetta zusammengearbeitet hat.

Kurz nach der Veröffentlichung des Songs wurden Plagiatsvorwürfe laut - „Perfect Life“ erinnere frappant an Guettas Hit „Titanium“, hieß es im Netz. Levina erklärte, sie „verstehe ein wenig, dass Leute da eine Ähnlichkeit erkennen wollen im Intro. Aber sobald die Melodie und der Gesang beginnen, ist es ein ganz anderer Song.“ Eigentlich wolle sie sich darüber aber auch nicht den Kopf zerbrechen. „Ich finde den Song toll und will ihn als eigenen Song performen - was er auch ist“, sagte sie.

Ukraine will mit Rockband Titel verteidigen

Ebenfalls per Publikumsentscheid ausgewählt wurde die Rockgruppe O.Torvald, die für die Ukraine den Titel verteidigen soll. In dem Lied „Time“ gehe es darum, mehr in der Gegenwart zu leben, anstatt der Vergangenheit nachzuhängen, sagte Frontmann Schenja Galitsch bei der landesweiten Qualifikation am Samstagabend. Die fünfköpfige Band gehört zu den beliebtesten Gruppen in der Ukraine.

Australien - zum dritten Mal ausnahmsweise dabei - geht in diesem Jahr mit dem 17-jährigen Isaiah Firebrace ins Rennen. Der letztjährige Sieger der australischen Casting-Show „The X-Factor“ tritt mit der Ballade „Don’t Come Easy“ an. „Das war immer ein Traum von mir“, sagte Firebrace am Mittwoch dem Sender SBS. „Aber ich hätte nie auch nur eine Minute gedacht, dass das möglich wird. Ich werde Australien stolz machen.“

Insgesamt gehen heuer 43 Länder an den Start. Portugal und Rumänien kehren nach einjähriger Pause wieder zum Song Contest zurück, Bosnien hingegen wird zum vierten Mal in fünf Jahren aufgrund finanzieller Engpässe des bosnischen Rundfunks nicht teilnehmen.

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