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Optimismus bei Präsentation

Mit „Running on Air“, einer Gitarrenballade, will der 24-jährige Nathan Trent für Österreich beim Song Contest punkten. Bei der offiziellen Präsentation des Liedes zeigten sich alle Beteiligten optimistisch, dass das gelingen kann.

„Mainstream ist nicht negativ, weil das im Endeffekt ja bedeutet, dass ein Song von möglichst vielen Menschen gehört wird“, sagte der gut gelaunte Sänger über das Lied, das er selbst geschrieben hat. Die Stoßrichtung für den Nachwuchsstar ist nach Eigenaussage klar: „Ins Finale will ich auf jeden Fall kommen, aber natürlich ist es mein Ziel, so gut wie möglich abzuschneiden. Natürlich möchte ich gewinnen.“

Dass Trent durchaus Chancen auf eine gute Platzierung hat, davon ist etwa Radio-DJ-Legende Eberhard Forcher, seit Jahrzehnten für Ö3 im Dienst, überzeugt. Er wählte gemeinsam mit Christof Straub (Papermoon-Gründer und Vater der Vorjahreskandidatin Zoe) den Sänger aus. „So leicht ist das nicht: FM4-Künstler lehnen das schon einmal prinzipiell ab“, erinnerte sich der 62-Jährige an den Prozess.

Forcher: Eigener Song großer Vorteil

Dass Trent sein Lied selbst geschrieben hat, sei ein ungemeiner Vorteil im Wettbewerb: „Internationale Songwriter geben für eine Vorausscheidung in Österreich oft nicht ihre besten Lieder her.“ Das sieht auch Stefan Zechner, seit 2011 Chef des Song-Contest-Projekts im ORF, so: „Es ist einfach die schönste Variante, wenn der Künstler seinen Song selbst geschrieben hat.“ Außerdem sei das im Sinne einer nachhaltigen Wirkung auf die heimische Musikbranche nicht zu unterschätzen, sei es doch ein böses Gerücht, dass Österreicher keinen Pop machen könnten: „Wir können das sehr wohl - und da gehört auch der Baustein Song Contest dazu.“

Nathan Trent

APA/Georg Hochmuth

Ohne große Gefühle geht beim Song Contest gar nichts

Zufrieden mit der getroffenen Entscheidung zeigte sich auch TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm: „Es ist ein positives, ein optimistisches Lied, das in diesen grauen Zeiten auch ein bisschen Hoffnung versprühen kann.“

Zweisprachig aufgewachsen

Bei Trent, der am 4. April 1992 in Innsbruck als Sohn des Landestheater-Orchesterviolinisten Reinhard Koll und einer italienischen Mutter geboren wurde, ist die Lust auf das bevorstehende Abenteuer spürbar. Erzogen wurde der junge Nathanaele - so sein bürgerlicher Vorname - zweisprachig Italienisch/Deutsch. Gemäß der Familientradition erhielt er im Alter von drei Jahren seinen ersten Unterricht an der Violine und am Piano und trat bereits in seiner Kindheit in Musicals auf.

Erste Bühnenerfahrungen

Dem folgte bald die professionelle Karriere, schloss der Jungsänger doch im vergangenen Juni parallel zur ersten Singleveröffentlichung sein Studium des Musikalischen Unterhaltungstheaters an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien ab. Dabei hatte er schon während seiner Studienzeit Erfahrungen mit der Bühne sammeln können und war etwa im Theater in der Josefstadt im Stück „Filumena Marturano“ zu sehen und im Wiener Metropol in „Plötzlich Prinz“. Im Kurzfilm „Eisland“ hatte Trent ebenso eine Rolle wie im heurigen Sommer beim Musical „Footlose“ in Amstetten.

Mit dieser Erfahrung im Rücken muss Trent am 11. Mai im zweiten Halbfinale des 62. Song Contest um den Einzug in die Endrunde kämpfen. Diese findet am 13. Mai im 11.000 Menschen fassenden International Exhibition Centre in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt. Insgesamt werden 43 Länder in der Ukraine an den Start gehen, nachdem sich das osteuropäische Land im Vorjahr mit Vertreterin Jamala und der politischen Ballade „1944“ in Stockholm durchgesetzt hatte.

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