Grüne gegen Chefarztpflicht für Cannabismedikamente

Die Grünen fordern den Entfall der Chefarztpflicht für Medikamente auf Cannabisbasis. Gesundheitssprecherin Eva Mückstein wünschte sich heute in einem Gespräch mit Journalisten eine Regelung wie in Deutschland, wo der Bundestag heuer ein entsprechendes Gesetz beschlossen hat. Der Schmerzmediziner Martin Pinsger erläuterte, dass Schmerzpatienten sehr davon profitieren würden.

Nur 30 Prozent der Anträge genehmigt

Wie in Deutschland sollten getrocknete Cannabisblüten und Cannabisextrakte in kontrollierter Qualität auf ärztliche Verschreibung in Apotheken bezogen werden können, forderte Mückstein. Arzneimittel auf Cannabisbasis sollten rezeptpflichtig bleiben und von Ärzten mit einer speziellen Ausbildung verschrieben werden müssen. Die Chefarztpflicht sollte aber fallen.

Derzeit werden derartige Medikamente nur von etwa 40 bis 50 Ärzten in ganz Österreich verschrieben. Von den Chefärzten genehmigt werden nur rund 30 Prozent der Anträge, erläuterten Mückstein und Pinsger. Für die Patienten bedeutet eine Nichtgenehmigung Kosten von rund 200 Euro pro Monat. Die grüne Gesundheitssprecherin wünscht sich, dass diese Arzneimittel für alle finanzierbar werden.

Einsatz in Palliativ- und Schmerzmedizin

Verschrieben werden Cannabismedikamente Schmerzpatienten etwa in der Palliativmedizin, bei Krebsdiagnosen, wobei eine Genehmigung von den Krankenkassen vor allem während der Phase der Chemotherapie erteilt wird.

Auch MS-Patienten bekommen relativ leicht eine Bewilligung. Pinsger betonte, dass diese Arzneimittel nicht süchtig machen. Allerdings ist damit alleine kein Erfolg zu erzielen. Es funktioniere nur begleitend zu einer Verhaltensänderung oder etwa auch einer Physiotherapie.