Amnesty: Saudi-Arabien nutzt im Jemen weiter Streubomben

Amnesty International (AI) hat der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition erneut den Einsatz geächteter Streumunition im Jemen vorgeworfen. In Brasilien produzierte Raketen mit Streumunition seien am 15. Februar auf Gebiete der schiitischen Huthi-Rebellen, abgefeuert worden, erklärte die NGO heute. Bei den Angriffen seien zwei Menschen verletzt worden.

Amnesty hatte der Militärkoalition bereits im Oktober 2015 und im Mai 2016 Angriffe mit Streumunition vorgeworfen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtete zudem von einem Angriff im Dezember, bei dem in der Nähe von zwei Schulen in Saada Streumunition eingesetzt worden sei.

Geächtete Kriegsmittel

Streubomben setzen Hunderte kleinere Sprengsätze frei, von denen viele nicht sofort explodieren. Sie können also noch lange nach ihrem Abwurf Menschen töten oder verstümmeln. Die Bomben sind gemäß einer internationalen Konvention aus dem Jahr 2008 geächtet.

Etwa hundert Länder unterzeichneten die Vereinbarung, andere wie die USA und Russland traten ihr nicht bei. Saudi-Arabien räumte im Dezember den „begrenzten Einsatz“ von Streubomben aus britischer Produktion im Jemen ein.