US-Gesetzesentwurf will masturbierende Männer strafen

Dem Senat des US-Bundesstaates Texas liegt ein Gesetzesentwurf vor, der „unregulierte masturbatorische Emissionen“ von Männern „außerhalb von Spitälern und anderen medizinischen Einrichtungen“ mit einer Strafe von 100 Dollar (94 Euro) belegen will, und zwar zum „Schutz der Gesundheit von Männern“ und des ungeborenen Lebens. Klingt bizarr, soll es auch: Mit dem Entwurf will die Abgeordnete Jessica Farrar die Absurdität der Abtreibungsgesetze in Texas aufzeigen.

Die demokratische Politveteranin Farrar hat in ihrem Entwurf exakt die - selbst für US-Verhältnisse äußerst restriktive - Gesetzgebung ihres Heimatbundesstaates gespiegelt, dabei aber die Geschlechterrollen umgedreht. In dem Wortlaut, der Frauen in den Abtreibungsgesetzen betrifft, wird etwa auf das Recht von Ärztinnen verwiesen, ihren Patienten „aus persönlichen, moralischen oder religiösen Gründen“ Vasektomien oder die Verschreibung von Viagra zu verweigern.

Was Männer wissen müssen

Ist es in Texas und anderen Bundesstaaten unter dem Titel „A Woman’s Right To Know“ (Das Recht einer Frau auf Information) verpflichtend, dass Frauen vor einer Abtreibung ein klar abtreibungsgegnerisches Pamphlet ausgehändigt bekommen müssen, fordert Farrar mit „A Man’s Right To Know“ ebensolches für Männer, etwa im Hinblick auf Vasektomie mit verpflichtender „künstlerisch-bildlicher Darstellung der Prozedur“. Auch das ist ein exaktes Spiegelbild des Wortlauts in den entsprechenden Gesetzen für Frauen.

Dass das letzte Woche zum Weltfrauentag eingebrachte Gesetz je beschlossen wird, ist ausgeschlossen. Das ist auch Teil von Farrars Absicht. Genau der Umstand, dass ein derartiger Gesetzesentwurf logischerweise als sinnlos abgelehnt werde, soll ihrer Meinung nach genau jenen - männlichen - republikanischen Abgeordneten zu denken geben, die die Verschärfung der Abtreibungsgesetze im texanischen Senat billigten.