Neue Figur in „Sesamstraße“ ist Autistin

Sie heißt Julia, hat grüne Augen und eine orange Knopfnase aus Stoff: Ab April wird es laut BBC in der langgedienten US-Kinderserie „Sesamstraße“ eine Figur mit Autismus geben. In den gedruckten „Sesamstraße“-Bilderbüchern und deren Onlineversionen spielt Julia schon seit 2015 eine Rolle. Nun wird das Mädchen auch in die von den US-Sendern HBO und PBS ausgestrahlte TV-Version Einzug halten.

Julia, eine neue autistische Muppetfigur

APA/AP/Sesame Workshop/Zach Hyman

In ihrer ersten Episode wird Julia Symptome des Autismus demonstrieren: Wenn ihr etwa der große, gelbe Paradiesvogel Bibo vorgestellt wird, ignoriert sie ihn komplett. Betrübt denkt sich Bibo, dass Julia ihn vielleicht nicht leiden könne.

Doch die anderen trösten ihn und werben für Verständnis: „Julia verhält sich einfach ein bisschen anders.“ Geführt wird Julia von der Puppenspielerin Stacey Gordon, die als Mutter eines autistischen Sohnes Erfahrung mit den Verhaltensweisen autistischer Kinder hat.

Zunahme von kindlichem Autismus in USA

„Wir haben von Anfang an darüber diskutiert, wie man das Thema Autismus in einer Kindershow verhandeln kann“, sagte „Sesamstraße“-Autorin Christine Ferraro in der CBS-Nachrichtensendung „60 Minutes“: „Es ist schwierig, weil sich Autismus nicht immer gleich auswirkt, jeder Autist verhält sich anders.“

In den USA ist die Anzahl von Autismusdiagnosen bei Kindern in den letzten Jahren gestiegen: Mittlerweile wird laut BBC eines von 68 Kindern als autistisch eingestuft.