Bulgarien-Wahl: Kritik an Einmischung Ankaras

Sechs Tage vor der Parlamentswahl in Bulgarien haben die Vorsitzenden der beiden größten Parteien der Türkei eine Einmischung in den Wahlkampf vorgeworfen. Ihre Partei lehne „die Einmischung eines anderen Landes“ in die inneren Angelegenheiten Bulgariens „kategorisch“ ab, sagte die Chefin der Sozialistischen Partei, Kornelia Ninowa, gestern.

Die Wahlempfehlungen aus der Türkei an Angehörige der türkischen Minderheit in Bulgarien stellten aber eine „offene Einmischung“ dar. „Diese Einmischung ist inakzeptabel“, sagte auch der ehemalige Regierungschef Boiko Borissow, der die konservative GERB-Partei anführt. Er rief aber zugleich zu „Diplomatie“ im Verhältnis zu dem Nachbarland auf.

Die Sozialisten und Borissows GERB-Partei liefern sich in den Umfragen vor der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beobachtern zufolge wird keine Partei genügend Stimmen bekommen, um ohne einen Koalitionspartner regieren zu können. Drittstärkste Kraft in Bulgarien ist bisher die MDL, die größte Partei der türkischen Minderheit. Bei der Neuwahl bekommt sie aber Konkurrenz von der neuen protürkischen Partei Dost.