Russische Schwarzgeldflüsse nach Europa aufgedeckt

Eine Journalistengemeinschaft hat nach eigenen Angaben Überweisungen aus einer großen russischen Geldwäschemaschinerie aufgedeckt. Details zu den Österreich-Beziehungen des russischen Schwarzgelds will die Rechercheplattform Dossier heute veröffentlichen. Wie der Dossier-Website bereits zu entnehmen, geht es um 4,1 Mio. Euro, die zwischen 2010 und 2014 in 88 Transaktionen an 32 Empfänger geflossen seien.

„Die meisten der österreichischen Empfänger dürften ohne ihr Wissen Teil des Netzwerks der mutmaßlichen Geldwäscher geworden sein“, schreibt Dossier. Für sie seien es völlig übliche Geschäfte gewesen. Grundsätzlich seien mit dem Geld „triviale“ Dinge wie Damenjacken, Computerzubehör oder Autoersatzteile gekauft worden.

In ganz Europa seien nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) umgerechnet rund 20 Mrd. Euro dubioser Herkunft aus Russland in die EU geflossen. Mithilfe undurchsichtiger Briefkastenfirmen in Großbritannien und mutmaßlich korrupter Richter in Moldawien sei das Geld auf legale Konten im Westen transferiert worden. Das Recherchenetzwerk OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Project) hat das System bereits 2014 aufgedeckt, neu ist nun, dass einzelne Transaktionen nachverfolgt werden können.