Hartes Duell Macron - Le Pen bei TV-Debatte

Mit einem heftigen Schlagabtausch zwischen dem unabhängigen Bewerber Emmanuel Macron und Marine Le Pen von der rechtspopulistischen Front National ist Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf in die heiße Phase gestartet.

Bei der ersten, vom TF1 übertragenen TV-Debatte der fünf aussichtsreichsten Kandidaten lieferten sich Le Pen und Macron gestern Abend unter anderem zur Frage des Islam und der hitzigen französischen Debatte um religiöse Symbole im öffentlichen Raum ein hartes Duell.

Der von Ermittlungen zum Verdacht einer Scheinbeschäftigung angeschlagene Konservative Francois Fillon setzte bei der Debatte indes auf seine staatsmännische Erfahrung als früherer Premierminister. Gast bei der ersten TV-Konfrontation waren zudem der Sozialist Benoit Hamon und Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon.

Macron und Le Pen in Favoritenrolle

Rund einen Monat vor dem ersten Wahlgang am 23. April, zu dem insgesamt elf Kandidaten zugelassen sind, gelten Macron und Le Pen als klare Favoriten für den Einzug in die Stichwahl. Die Umfragen sagen Macron derzeit einen klaren Sieg gegen Le Pen voraus, allerdings gelten viele Wähler noch als unentschlossen. Die Rechtspopulistin setzt auf Protektionismus und will ein Referendum über den EU-Austritt, Macron tritt dagegen für einen proeuropäischen, sozialliberalen Kurs an.

Der lange als Favorit gehandelte Fillon liegt nur noch auf dem dritten Platz und würde damit den Einzug in die Stichwahl verfehlen. Hamon liegt mit deutlichem Abstand auf dem vierten Platz, dicht gefolgt Melenchon.