Syrien: Kurden weiter Zankapfel zwischen USA und Türkei

Nach einem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei bleiben die NATO-Verbündeten uneins beim Umgang mit kurdischen Milizen im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

Differenzen hinsichtlich YPG

Tillersons türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu erklärte heute zwar, die Regierung in Washington sehe keinen Unterschied zwischen der YPG-Miliz in Syrien und den PKK-Extremisten in der Türkei. Tillerson bestätigte das jedoch nicht, sondern verurteilte lediglich die jüngsten PKK-Anschläge.

Das US-Militär sieht die YPG als verlässlichen Partner im Kampf gegen die Islamisten in Syrien. Die Regierung in Ankara wirft der Miliz jedoch Verbindungen zur PKK vor, die seit drei Jahrzehnten für einen eigenen Kurdenstaat kämpft und dabei zahlreiche Anschläge in der Türkei verübt hat.

Tillerson: Syrien muss über Assad-Schicksal entscheiden

Über das Schicksal des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sollen nach Ansicht von Tillerson die Syrer selbst entscheiden. Der „langfristige Status“ des Staatschefs müsse durch das syrische Volk festgelegt werden, sagte Tillerson.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hatte Assads Rückzug von der Macht ebenso wie die Aufständischen zu einem politischen Ziel erklärt. Die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump konzentriere sich indes eher auf den Kampf gegen den IS, der in Syrien sowie im Irak aktiv ist.

Treffen mit Erdogan

Tillerson besprach sich auch mehr als zwei Stunden lang mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Wie aus dem Umfeld des Präsidenten verlautete, betonte Erdogan dabei, dass der Kampf gegen den Terrorismus mit „legitimen Akteuren“ geführt werden müsse. Auch mit Regierungschef Yildirim traf sich Tillerson.

Die Türkei hatte am Mittwoch nach sieben Monaten ihren Militäreinsatz im Norden Syriens beendet. Die Offensive gegen den IS und kurdische Milizen sei „erfolgreich abgeschlossen“ worden, hieß es. Unklar blieb jedoch, ob die Türkei auch ihre Soldaten aus dem Nachbarland abzieht.