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Berliner Ausstellung zeigt historische Fotos

Die Kunst aus der Farah-Diba-Sammlung hat es zwar nicht bis nach Deutschland geschafft, jedoch sind im Iran Bilder der Eröffnung des Museums für Zeitgenössische Kunst in Teheran (TMoCA) aus dem Jahr 1977 aufgetaucht, die besonders eindrückliche Dokumente ihrer Zeit sind. Bis Mitte April werden die Aufnahmen nun in Berlin gezeigt.

Die Eröffnung des TMoCA, das eigens zur Präsentation der Kunstsammlung Farah Dibas in kürzester Zeit gebaut wurde, ging im Oktober des Jahres 1977 über die Bühne und war ein letztes deutliches Signal eines kulturellen Brückenschlags in den Westen, bevor die Islamische Revolution ihren Lauf nahm und die Herrscherfamilie das Land verlassen musste.

Menschenmenge vor dem Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst bei der Eröffnung

Jila Dejam, courtesy die Künstlerin und der Box Freiraum

Bei der Eröffnung des Musems im Jahr 1977 herrschte reger Besucherandrang

Mehrtägige Party mit Tausenden Besuchern

Die Feierlichkeiten dauerten drei Tage und zogen insgesamt sechs Ausstellungseröffnungen mit sich, die das kulturelle Selbstverständnis demonstrieren sollten. Moderne iranische Kunst traf auf Vertreter der Pop-Art. Tausende Besucher aus allen Gesellschaftsschichten besuchten die Eröffnung. Es ging um Weltoffenheit und einen Austausch der Kulturen.

Ausstellungshinweis

TMOCA Opening 1977, bis 13. April, Box Freiraum Berlin, mittwochs bis samstags 14.00 bis 18. Uhr.

Die 1953 in Teheran geborene Fotografin Jila Dejam hat die Ausstellungseröffnung damals mit der Kamera begleitet. Sie hielt die Fotos 40 Jahre unter Verschluss. Jetzt, im Zuge der Diskussionen über die Farah-Diba-Ausstellung in Deutschland, werden sie erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Dass die Revolution unmittelbar bevorstünde, sei damals während der bunt gemischten Eröffnung sehr stark zu spüren gewesen, erzählte die Fotografin anlässlich der Ausstellungseröffnung der deutschen „Welt“.

Inszenierung nach alle Regeln der Kunst

Doch im Vordergrund stand die bombastische Inszenierung der mehrtägigen Feierlichkeiten. Tänzer und Performer bewegten sich akrobatisch durchs neue Museum und trugen dabei fantasievolle Kostüme. Halbnackte Männer tanzten vor einem Picasso, was sich laut Dejam für das Teheraner Publikum jeglicher Zuordenbarkeit entzogen hatte. Ein spektakuläres Treiben, das einen gewissen Höhepunkt markierte, bevor das kulturelle Leben mit der Islamischen Revolution an Vielfalt einbüßte.

Die Schau in der Ausstellungshalle Box Freiraum in Berlin Friedrichshain dokumentiert die Museumseröffnung anhand von 40 Fotografien Dejams, die sich der zeithistorischen Bedeutung der Aufnahmen laut „Welt“ bis vor Kurzem gar nicht bewusst war.

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