Expertendebatte über Verlust der Handschrift

Kaum jemand schreibt einen Brief noch mit der Hand - selbst Telefonnummern werden eingetippt und gespeichert, während sie früher noch fein säuberlich ins Telefonbuch notiert wurden. In Finnland wird die Handschrift teilweise nicht einmal mehr unterrichtet - auch in Österreich entwickelt sich ein Trend hin zu elektronischen Unterrichtsmaterialien.

„KulturMontag“ hat Experten befragt, ob der Verlust der Handschrift eine Katastrophe darstellt oder einen Fortschritt.

Christian Marquardt, Leiter des Instituts für Schreibmotorik, hat Bedenken - denn mit dem Verlust der Handschrift gehe auch ein Teil unserer Identität verloren: „Wenn wir die Handschrift weggeben, haben wir einen Teil von uns weggegeben, einen Teil, der uns gegenüber der Welt darstellt.“

Kulturpessimistische Standpunkte relativiert hingegen unter anderen Christian Swertz, Medienpädagoge an der Universität Wien: „Literatur zum Beispiel müsste längst am Ende sein, wenn der Gebrauch der Maschinenschrift eine Katastrophe wäre. Denn die meisten Bücher, die erscheinen, die meisten längeren Texte, die geschrieben werden, werden mit der Maschine geschrieben oder heutzutage natürlich mit dem Computer.“