Gebetsruf-Remix: Haft für britischen DJ in Tunesien

Ein britischer DJ ist in Tunesien in Abwesenheit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil er den muslimischen Gebetsruf zu einem Remix verarbeitet hatte. Mit seinem Auftritt im Touristenort Hammamet habe der DJ Dax J gegen Anstand und öffentliche Moral verstoßen, erklärte ein Gerichtssprecher in der nahegelegenen Stadt Grombalia gestern.

Ein Video von dem Auftritt, bei dem Clubbesucher am Wochenende zu dem mit Musik unterlegten Gebetsruf tanzten, war über das Internet verbreitet worden und hatte eine erregte Debatte in den Sozialen Netzwerken ausgelöst.

Die tunesischen Behörden hatten den Club daraufhin am Montag geschlossen. Das Ministerium für Religionsfragen erklärte es für „absolut inakzeptabel, sich über die religiösen Prinzipien der Tunesier lustig zu machen“. Der DJ entschuldigte sich inzwischen, ebenso die Organisatoren seines Auftritts.