Herbstferien neu: Mahrer für offene Diskussion

Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) hat sich heute nach dem Vorschlag von Familienministerin Sophie Karmasin für eine offene Diskussion über einheitliche Herbstferien ausgesprochen.

Mahrer ortete einen „idealen Zeitpunkt“, um solche Ideen wie jene seiner Parteikollegin im Rahmen der Begutachtung des Autonomiepakets einzubringen. Entscheidend sei die Frage, ob es für die Kinder sinnvoll sei. Man werde sich das faktenbasiert ansehen und offen debattieren, so Mahrer.

Hammerschmid verweist auf Schulautonomiepaket

In der SPÖ ist man nach wie vor nicht begeistert über die Kommunikation. „Es ist ganz grundsätzlich nicht schlecht, wenn jeder seinen bzw. ihren Job macht“, richtete Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) im Pressefoyer nach der Regierungssitzung der Familienministerin aus.

„Ich war nicht eingebunden“, bekräftigte zuvor Unterrichtsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) zu Karmasins Vorschlag. Die Bildungsministerin beurteilte Karmasins Beitrag auch als „eine Stellungnahme“.

Hammerschmid will sich beim Thema Herbstferien jedenfalls nach den Eltern richten. Im Rahmen des Schulautonomiepakets habe es von Eltern das „klare Signal“ gegeben, diese Frage autonom an den Schulen zu bestimmen.

Gewerkschaft und Elternvertreter reserviert

Reserviert zeigten sich Eltern- und Lehrervertreter im Ö1-Morgenjournal. Karmasin hatte bei der Präsentation ihres Modells angegeben, sie habe dieses in monatelangen Verhandlungen auch mit den Schulpartnern erarbeitet.

Der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter bestätigte Gespräche zum Thema, den konkreten Vorschlag müsse man allerdings erst auf die pädagogische Sinnhaftigkeit prüfen. Gernot Schreyer vom Bundeselternverband sprach sich explizit gegen bundesweit einheitliche Herbstferien aus.

FPÖ sieht „politische Show“

Für FPÖ-Bildungssprecher Wendelin Mölzer sind die regelmäßigen Diskussionen über die Ferienregelung nur „politische Show“ und „ohne die Bereitstellung ausreichender Betreuungsplätze eine Sackgasse“. Er forderte, bei Dauer und Aufteilung der Ferien die verschiedenen Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen zu berücksichtigen.