Assange-Festnahme hat für US-Justizminister Priorität

US-Justizminister Jeff Sessions hat die Festnahme von WikiLeaks-Gründer Julian Assange und den Kampf gegen die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu einer „Priorität“ der neuen US-Regierung erklärt.

Julian Assange

APA/AP/Kirsty Wigglesworth

„Schockiert über undichte Stellen“

„Wir werden unsere Anstrengungen gegen alle undichten Stellen verstärken und verstärken diese bereits“, antwortete Sessions gestern in Washington auf die Frage eines Journalisten, ob Assanges Festnahme eine Priorität der USA sei. Der Justizminister kritisierte, dass der Geheimnisverrat ein nie da gewesenes Ausmaß angenommen habe.

Erfahrene Sicherheitsexperten seien „schockiert über die Zahl der undichten Stellen“. „Wann immer ein Fall eingeleitet werden kann, werden wir versuchen, die Leute ins Gefängnis zu stecken“, fügte Sessions hinzu.

Bericht: US-Justiz bereitet Anklage vor

Laut einem Bericht der „Washington Post“ haben US-Staatsanwälte in den vergangenen Wochen an einem Memo gearbeitet, das Anklagen gegen Assange und andere WikiLeaks-Mitarbeiter wegen Verschwörung, Diebstahls von Regierungseigentum und Verstößen gegen das Spionagegesetz vorsehe.

Auch andere Medien berichteten unter Berufung auf nicht namentlich genannte Behördenvertreter, es werde eine Klage gegen Assange vorbereitet. Das Justizministerium wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

Assange lebt seit 2012 im Exil in der ecuadorianischen Botschaft in London. Damit will der 45-jährige Australier einer Auslieferung an die schwedische Justiz entgehen, die ihn zu Vergewaltigungsvorwürfen befragen will.