Iggy Pop ist 70

Er gilt als Verkörperung von Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll: Iggy Pop wurde heute 70 Jahre - ein Alter, an dem man in den vergangenen Jahren zweifeln konnte, ob er es je erreicht. Schon mit seiner Band The Stooges demonstrierte er, dass die rohe Kraft der Musik auch Hand in Hand mit Selbstdestruktion gehen kann. Weder auf der Bühne noch im Privatleben schonte er seinen Körper.

Iggy Pop

APA/EPA/Peter Nyikos

Sein sehniger und vernarbter Oberkörper und seine hektischen Bewegungen auf der Bühne wurden zum Markenzeichen - eine Trophäe des Überlebens und ein „Schlüssel zum Verständnis von Rockmusik“, wie es in einer Ausstellung des britische Künstlers Jeremy Deller im Brooklyn Museum unlängst hieß. Noch heute tritt er „oben ohne“ und in engen Jeans auf.

Pop und Bowie in Berlin

Doch nach Jahren der Exzesse hat er schon seit Langem den Drogen abgeschworen: „Allein der Gedanke an Marihuana macht mir inzwischen Angst.“ Sein „Vorbild“ Keith Richards von den Rolling Stones sei da anders. „Er ist viel unkaputtbarer als ich. Ich kann mit ihm nicht mehr mithalten, ich kann keine Zigaretten mehr rauchen.“

Seine destruktivsten Jahre hat Iggy Pop überlebt - auch dank seines Freundes David Bowie, mit dem er Ende der 70er Jahre in Berlin wohnte. Gemeinsam produzierten sie mehrere Alben: „The Idiot“ (1977) mit dem gemeinsam geschriebenen, späteren Bowie-Hit „China Girl“, „Lust For Life“ (1977) mit dem Dauerbrenner „The Passenger“ und die Live-LP „TV Eye“ (1978).

Erst 2016 kam das bisher letzte Album „Post Pop Depression“ heraus, das als etwas zurückgenommenes Alterswerk bezeichnet wurde. Für 2017 sind Festivalkonzerte in Nordamerika und Europa angekündigt. Ein Leben ohne Bühne ist für Pop offenbar kaum vorstellbar.