I: Todkranke erhalten Recht auf Behandlungsverzicht

Ein Gesetz zur Einführung einer Patientenverfügung ist gestern Abend von der italienischen Abgeordnetenkammer mit großer Mehrheit angenommen worden. 326 Abgeordnete stimmten dafür, 37 dagegen. Vor dem Inkrafttreten braucht es jetzt noch die Zustimmung des Senats.

Das Gesetz sieht vor, dass Patienten im Endstadium das Recht zugesprochen wird, auf medizinische Behandlungen zu verzichten. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schwerkranken sich selbst überlassen werden. Die Ärzte sollen ihnen weiterhin mit Palliativmedizin zur Seite stehen, lautet das Gesetz.

Regeln gelten auch für katholische Kliniken

Die Mediziner werden jedoch nicht für die Folgen des Einstellens lebenserhaltender Behandlungen wie künstliche Ernährung und Hydrierung verantwortlich sein. Außerdem sind schwer belastende Behandlungen bei Patienten im Endstadium verboten.

Diese Regeln gelten auch für katholische Kliniken, die dem nationalen Gesundheitssystem angeschlossen sind. Die Regierung Gentiloni kündigte an, eine neutrale Haltung gegenüber dem umstrittenen Gesetz zur Patientenverfügung einzunehmen. Das Kabinett werde sich an die Beschlüsse des Parlaments halten, hieß es in Rom.