Themenüberblick

Glawischnig will „Eigentore“ vermeiden

Der Erweiterte Bundesvorstand der Grünen, der sich der Glättung der Wogen nach dem Rauswurf der Jungen Grünen gewidmet hat, ist Freitagnachmittag ohne formelle Beschlüsse zu Ende gegangen. Es sei eine offene Aussprache gewesen, sagte Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik. Man wolle nun „gestärkt und geeint“ aus diesem Tag gehen und sich nun Inhaltlichem zuwenden.

Luschnik zufolge habe man offen und auch kontrovers diskutiert, jedoch immer auf der Basis von Wertschätzung. Nun wolle man nach vorne schauen. Es herrsche Einigkeit unter allen Grünen darüber, dass man sich gegen den Rechtsruck in Österreich stelle und sich für eine solidarische, offene Gesellschaft einsetze.

„Treten nicht gegeneinander an“

Bundessprecherin Eva Glawischnig bedauerte im Vorfeld der Sitzung die Eskalation des Konflikts mit den Jungen Grünen, der in einem Rauswurf der Jugendorganisation gipfelte. Es gehe nun um die Frage, wie man solche Situationen künftig besser lösen bzw. vermeiden könne, wie Glawischnig zudem sagte.

„Zugegeben, wir schießen uns hin und wieder ein Eigentor, aber plötzlich mit Absicht auf das eigene Tor zu schießen“, das gehe nicht, so Glawischnig, die gleichzeitig sagte: „Wir treten nicht gegeneinander an“. In ihrer Rede sprach die Parteichefin dann Themen an, in denen sich die Grünen ohnehin einig sind, wie etwa den Rechtsruck der Regierung und den Wettlauf um FPÖ-Positionen.

Grüne-Bundessprecherin Eva Glawischnig und Junge Grüne-Bundessprecherin Flora Petrik

APA/Georg Hochmuth

Der Streit zwischen den Grünen und den Jungen Grünen mit Bundessprecherin Flora Petrik (r.) eskalierte

Nun Gespräche auf Landesebene

Wie es mit den Jungen Grünen weitergehen soll, bleibt unterdessen weiter offen. Beschlüsse wurden in der Causa keine getroffen - sehr wohl habe man sich Luschnik zufolge aber auf das Ziel verständigt, mit jenen Aktivisten auf Landesebene Gespräche zu führen und ihnen ein Angebot zu machen, die sich weiter bei den Grünen engagieren wollen.

Holub: „Sicher nicht gut gelaufen“

Neben den 34 Mitgliedern des Erweiterten Bundesvorstands waren bereits für die Sitzung am Freitag viele hochrangige Politiker aus den Ländern eingeladen, darunter auch etliche Kritiker. Einer von ihnen ist der Kärntner Rolf Holub. „Es ist sicher nicht gut gelaufen“, sagte er vor der Sitzung gegenüber Journalisten. Die Grünen sollten daraus lernen, wie man es besser macht. Allerdings: „Bei einer offenen Partei ist das so, dass man ihnen zuschauen kann, wie sie Sorgen haben.“

Auch Ingrid Felipe, Landeshauptmann-Stellvertreterin in Tirol und stellvertretende Bundesparteivorsitzende, sagte, „die letzten Wochen sind kein Ruhmesblatt gewesen“. Man werde nun darüber reden, den Außenauftritt zu verbessern.

Keine Privathaftung für Junge Grüne

Der grüne Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik sagte, niemand bei den Jungen Grünen müsse Sorge haben, privat zu haften, das sei auch schriftlich versichert worden. Er spielte damit auf die Bundessprecherin der Jungen Grünen, Flora Petrik, an, die sich nach eigener Aussage mit einer Konkursdrohung konfrontiert sah.

Die burgenländische Landessprecherin Regina Petrik, Mutter von Flora Petrik, betonte, nicht als Mutter hier zu sein, sie könne das sehr gut trennen. Petrik sagte, sie habe gegen die Aberkennung der Jungen Grünen als Jugendorganisation gestimmt. Sie wäre dafür gewesen, noch einmal miteinander zu reden, war damit aber in der Minderheit.

Grüne „so oder so“ eine junge Partei

Die Steirerin Lara Köck, mit 30 Jahren seit Kurzem jüngstes Mitglied im Bundesvorstand, äußerte Verständnis für die Emotionen im Konflikt. Den Rauswurf verteidigte sie aber, die Entscheidung sei „leider notwendig“ und sei auch nicht umstrittenen gewesen, sonst wäre sie nicht so eindeutig ausgefallen. Die Grünen seien so oder so eine junge Partei, so Köck.

Die Sitzung ist bis Freitagabend anberaumt. Nach einer Aussprache am Vormittag werden am Nachmittag die bevorstehenden Wahlen auf Bundes- und Landesebene im Fokus stehen. Geklärt werden soll auch die weitere Zusammenarbeit mit den Jugendorganisationen in den Ländern. Beschlüsse waren im Vorfeld nicht geplant.

Links: