Ex-US-Staatssekretär wird Aufpasser bei VW

Nach dem Vergleich zwischen den US-Behörden und Volkswagen (VW) im Abgasskandal ernennt das Justizministerium in Washington den früheren Staatssekretär Larry Thompson zum Aufseher bei dem Konzern. Thompson werde dem Unternehmen in den kommenden drei Jahren auf die Finger schauen, sagte ein US-Staatsanwalt gestern bei einer Gerichtsanhörung.

Der zuständige Richter segnete zuvor einen Vergleich mit dem US-Justizministerium über insgesamt 4,3 Milliarden Dollar (vier Mrd. Euro) zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen ab. Der Kompromiss mit dem Ministerium sieht eine Strafe von 2,8 Mrd. Dollar wegen krimineller Vergehen und 1,5 Mrd. Dollar an zivilrechtlichen Bußgeldern sowie eine dreijährige Bewährungszeit für VW vor.

VW hatte im Rahmen des Vergleichs zugestimmt, sich für diese Zeitspanne von einem unabhängigen Experten begutachten zu lassen, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Zudem hat der Wolfsburger Konzern Reformen versprochen. In den Verhandlungen mit der US-Justiz hatte VW eingestanden, mit Abgasangaben Behörden und Kunden betrogen, Umweltrecht verletzt und die Justiz behindert zu haben.