Zwölf Tote bei Unruhen in Caracas

Bei nächtlichen Unruhen in Venezuelas Hauptstadt Caracas sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Damit ist die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Protestwelle gegen Präsident Nicolas Maduro vor drei Wochen laut Informationen der Staatsanwaltschaft auf insgesamt 21 gestiegen.

Die Opposition mobilisierte ihre Anhänger seit Anfang April zu mehreren Großdemonstrationen gegen den sozialistischen Präsidenten, die immer wieder in Gewalt umschlugen. Auch bei den jüngsten Massenprotesten am Mittwoch und Donnerstag gab es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

Frau steht vor Panzerfahrzeug in Caracas

Reuters/Marco Bello

Venezuela steckt seit Monaten in einer tiefen politischen Krise. Die konservativen Regierungsgegner machen Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung über seine Amtsenthebung.

Internationale Besorgnis

Der gewaltsame Konflikt in Venezuela sorgt international für Besorgnis. Die Europäische Union rief zur „Deeskalation“ auf. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte, „dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die Spannungen zu verringern und neue Auseinandersetzungen zu verhindern“. Neun lateinamerikanische Länder, darunter Argentinien, Brasilien und Kolumbien, kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung „den Verlust weiterer Leben“ in Venezuela.