Proteste gegen Homophobie in Kuba

Hunderte Menschen haben in der kubanischen Hauptstadt Havanna gegen Homophobie demonstriert und die Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen gefordert. Bei ihrem Marsch über die Uferpromenade Malecon schwenkten sie heute Regenbogenfahnen sowie kubanische Flaggen und skandierten: „Revolution Ja, Homophobie Nein“. Die Rechte von Schwulen und Lesben auf der sozialistischen Karibikinsel seien bereits gestärkt worden, aber es bleibe noch viel zu tun, sagte die Leiterin des Zentrums für Sexualerziehung, Mariela Castro.

Die gleichgeschlechtliche Ehe wird in Kuba seit Jahren diskutiert. Vor allem aus der alten Garde der Kommunistischen Partei kommt Widerstand. Nach der Revolution 1959 wurden Schwule und Lesben als Abweichler verfolgt und in Arbeitslagern interniert. Heute tritt die Regierung offiziell gegen Diskriminierung ein. Vor allem die Präsidententochter Mariela Castro engagiert sich für Homosexuelle. Zuletzt startete ihr Zentrum für Sexualerziehung eine Kampagne gegen Mobbing von Schwulen und Lesben in den Schulen.