Libyen: Schwere Kämpfe verfeindeter Milizen

In Libyen sind gestern bei Gefechten rivalisierender Milizen dutzende Menschen ums Leben gekommen. Militär- und Ärztevertreter sprachen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters von mindestens 60 Toten - darunter auch mehrere Zivilisten. Lokale Medien berichteten unter Berufung auf Behörden vor Ort von mehr als 70 Todesopfern.

Den Angaben zufolge griff eine Brigade von Kämpfern aus der westlibyschen Stadt Misrata den Luftwaffenstützpunkt Brak Al-Shati im Süden des Landes an, den sie kürzlich einer feindlichen Gruppe mit Verbindungen zur Libyschen Nationalarmee (LNA) überlassen hatte. Die LNA wird angeführt von Rebellenkommandant Khalifa Haftar und kontrolliert den Osten des Landes. Haftar will sich nicht unter das Kommando der von den Vereinten Nationen anerkannten Einheitsregierung stellen.

Der Streit verhindert die Einheit des seit 2011 von einem Bürgerkrieg zerrütteten Landes und auch einen erfolgreichen Kampf gegen Schlepperorganisationen. Libyen gilt als zentrales Land auf dem Weg von afrikanischen Migranten über das Mittelmeer nach Italien.