Italien führt Impfpflicht für Kinder ein

Italien führt eine Impfpflicht für Kinder ein. Mädchen und Buben im Alter bis zu sechs Jahren werden einem Beschluss des Ministerrats von heute zufolge ohne Immunisierung nicht zum Schulbesuch zugelassen. Der Impfplan werde schrittweise eingeführt werden, kündigte Premier Paolo Gentiloni an.

Eine Rekordzahl an Masernfällen hatte in Italien zuletzt die Diskussion über eine Impfpflicht aufflammen lassen. Gentiloni betonte, man müsse der Verbreitung „antiwissenschaftlicher Theorien“ entgegenwirken, die zu einer zunehmenden Zahl von Impfverweigerungen geführt habe.

Berichte über einen - wissenschaftlich nicht nachgewiesenen - angeblichen Zusammenhang zwischen Impfungen und der Zunahme von Autismus-Fällen ließen die Zahl der Impfgegner in Italien stark steigen. Die Wirksamkeit von Impfungen wäre nicht bewiesen, Impfschäden würden gezielt verschwiegen, behaupten die Impfgegner.