Präsidentenwahl im Iran beendet

Im Iran ist heute Abend die richtungsweisende Präsidentenwahl zu Ende gegangen. Der moderate Amtsinhaber Hassan Rouhani bewarb sich bei der Wahl um eine zweite Amtszeit, um seine Politik der Öffnung fortsetzen zu können. Sein konservativer Herausforderer Ebrahim Raisi warf der Regierung noch während der Abstimmung Unregelmäßigkeiten vor.

Großer Andrang in Wahllokalen

Die Wahllokale schlossen nach Angaben des staatlichen Fernsehens am späten Abend, nachdem wegen des hohen Andrangs die Öffnungszeit um mehrere Stunden verlängert worden war. Laut Medienberichten stimmten 30 der 56,4 Millionen Wahlberechtigten ab.

Wahlen im Iran

APA/AFP/Haidar Hamdani

„Die enthusiastische Teilnahme der Iraner an der Wahl stärkt unsere Macht und die nationale Sicherheit“, sagte Rouhani bei der Stimmabgabe in Teheran. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei sagte bei der Stimmabgabe, „das Schicksal das Landes liegt in den Händen der Iraner“.

Raisi wirft Regierung Unregelmäßigkeiten vor

Raisi, der in einer Moschee im ärmeren Süden Teherans wählte, propagierte eine „maximale Beteiligung“. Raisis Wahlkampfleiter warf später in einem Brief an die Wahlkommission der Regierung Unregelmäßigkeiten vor. Er kritisierte Hunderte „Akte der Propaganda“ von Regierungsvertretern zugunsten von Rouhani und forderte das Einschreiten der Wahlkommission.

Außer Rouhani und Raisi traten noch der Konservative Mostafa Mirsalim und der Reformer Mostafa Haschemitaba an, doch dürften beide nur auf wenige Prozent der Stimmen kommen. Zwei andere Kandidaten zogen sich im Vorfeld zurück. Der umstrittene frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad war wie Hunderte andere Bewerber nicht zur Wahl zugelassen worden.

Stichwahl Ende Mai möglich

Mit Ergebnissen wurde nicht vor morgen gerechnet. Erhält kein Kandidat mehr als 50 Prozent, findet am 26. Mai eine Stichwahl statt. Die Iraner waren auch aufgerufen, die Stadt- und Gemeinderäte zu bestimmen, wobei die Reformer besonders hofften, in den großen Städten Teheran, Mashhad und Isfahan die Konservativen abzulösen.

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