Kurz wiederholt Vorstoß zu Mittelmeer-Route

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) wirbt einmal mehr für seine Idee, die Flüchtlingsroute über das Mittelmeer ganz zu schließen. „Die einzige Lösung, um den Schleppern die Geschäftsgrundlage zu entziehen und das Sterben im Mittelmeer zu beenden, ist, wenn man sicherstellt, dass jemand, der sich illegal auf den Weg macht, nicht in Mitteleuropa ankommt“, sagte Kurz der APA.

Kurz hatte 2016 bei der Sperre der Balkan-Route eine Vorreiterrolle. Er sprach sich jetzt dafür aus, im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge direkt in Aufnahmelager in Tunesien und Ägypten zu bringen. Beide Länder würden diesem Deal sicher zustimmen, wenn ihnen die Europäische Union (EU) ein attraktives Angebot mache, sagte er. Derartige Vorschläge sind nicht neu: Tunesien hat sie bisher abgelehnt, auch Ägypten äußerte sich skeptisch.

Tote und vermisste Migranten nach Regionen auf Schlepperrouten

Grafik: ORF.at; Quelle: APA/IOM/CTK/MINDS Global Spotlight

Laut Kurz’ Vorschlägen wären für Kriegsflüchtlinge Resettlement-Programme der einzige Weg, um nach Europa zu kommen. Dafür werden Menschen in Krisengebieten von internationalen Organisationen für die Umsiedlung ausgewählt. Kurz erläuterte, dass Europa damit gezielter den Schwächsten helfen würde - und nicht jenen, die sich Schlepper leisten könnten. „Bitte tun wir nicht so, als wäre das derzeitige System ein besonders humanes“, sagte er.