Vor 150 Jahren wurde Maximilian I. erschossen

Am 19. Juni 1867, heute vor 150 Jahren, ist Erzherzog Ferdinand Maximilian Joseph Maria von Österreich, erst drei Jahre zuvor zum Kaiser von Mexiko gekrönt, im Gewehrfeuer der Garden des legitimen mexikanischen Präsidenten Benito Juarez gestorben.

Maximilian war der um zwei Jahre jüngere Bruder von Kaiser Franz Joseph I.. In der k. u. k. Erbfolge stets zweitgereiht, ließ sich der ehrgeizige Habsburger nach Verlust seines Titels als Gouverneur von Lombardo-Venetien vom französischen Kaiser Napoleon III. überreden, den Thron Mexikos zu besteigen. Auf Druck seines Bruders verzichtete er für dieses Projekt sogar auf die Thronfolge und sämtliche Erbansprüche in Österreich, bevor er sich mit seiner Ehefrau Charlotte von Belgien nach Übersee einschiffte.

Bürgerkrieg statt Hofzeremoniell

Noch an Bord verfasste er ein 300-seitiges Manifest, in dem er ein strenges Hofzeromeniell für den mexikanischen Kaiserhof entwarf und eigenhändig Galauniformen und Wappen skizzierte. Auch an diesem Dokument merkt man, wie naiv und unbedarft Maximilian allen Warnungen zum Trotz der neuen Aufgabe entgegenreiste.

Historisches Foto von der Erschießung Maximilians I, Kaiser von Mexiko

Public Domain

Das politische Wagnis misslang: Ein Volksentscheid, der Maximilian suggeriert hatte, dass das mexikanische Volk ihn auf dem Thron wünsche, war von einem Bündnis aus Klerikalen und Gegnern von Juarez manipuliert worden.

Tatsächlich lehnte die Mehrheit der Mexikaner den fremden Kaiser und seine Reformen nach europäischer Fasson ab. Politisch fand sich Maximilian zunehmend isoliert in einem Bürgerkrieg zwischen liberalen und konservativen Kräften wieder.

Fotografischer Beweis der Erschießung

Als Napoleon III. seine Truppen auf Druck der USA aus Mexiko abzog, nahm Juarez Maximilian gefangen, ließ ihn von einem Kriegsgericht verurteilen und öffentlichkeitswirksam erschießen. Die Erschießung und den aufgebahrten Leichnahm dokumentierten seine Gefolgsleute auf Fotoplatten.

Trotz dieser „Bildbeweise“ kursieren bis heute Verschwörungstheorien, die besagen, dass Maximilian gar nicht im Gewehrfeuer gestorben sei, sondern bis 1936 unter falschem Namen in El Salvador weitergelebt habe.