Geldnot: Rios Sambakarneval bedroht

Wegen der schweren Finanzkrise in Rio de Janeiro ist die kommende Auflage des weltbekannten Sambakarnevals akut bedroht. Bürgermeister Marcelo Crivella bestätigte heute, dass er den Zuschuss für 2018 um die Hälfte kürzen will - von zwei Millionen Reais (545.000 Euro) auf eine Million (272.000 Euro). „Ich kann nicht anders, ich bin dazu gezwungen, wegen der Umstände“, sagte er nach Angaben des Portals O Globo.

Die Liga der Sambaschulen hatte zuvor gedroht, dass die traditionellen Paraden im Sambodromo dann nicht stattfinden könnten, da die Schulen selbst auch stark sparen müssen. Crivella, ein früherer Sektenbischof von der Universalkirche des Königreichs Gottes, ist seit 2017 Bürgermeister der Olympiastadt von 2016. Karnevalsfeierlichkeiten kann er nicht viel abgewinnen. Schon beim diesjährigen Karneval sorgte Crivella bei der traditionellen Übergabe des Stadtschlüssels zu Beginn der Feierlichkeiten für einen Eklat: Nur die Kulturbeauftragte erschien. Seine Frau habe eine Grippe, ließ Crivella ausrichten. Auch bei der Parade der Sambaschulen, dem Höhepunkt des Karnevals und bis dahin ein Pflichttermin für den Bürgermeister, fehlte er.

Der Karneval ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der - auch durch die Milliardenkosten für Olympia - unter einer dramatischen Finanzkrise leidenden Stadt. Mehr als eine Million Touristen aus dem In- und Ausland besuchen ihn.