US-Bürger im Iran wegen „Unterwanderung“ verurteilt

Wegen „Unterwanderung“ ist ein US-Bürger im Iran zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. „Die Person wurde von den Geheimdienstkräften identifiziert und festgenommen“, sagte der stellvertretende Leiter der Justizbehörden, Gholamhossein Mohseni Edscheie, gestern in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz. Der US-Bürger sei wegen „Unterwanderung“ zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, habe allerdings Berufung eingelegt.

Er hat laut Edscheie noch eine weitere Nationalität, allerdings nicht die iranische. Nähere Angaben zu seiner Identität oder den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wurden nicht gemacht. Die Verurteilung dürfte die Spannungen zwischen Teheran und Washington weiter verschärfen. Im Oktober waren der US-Unternehmer Siamak Namasi, dessen Vater sowie vier weitere Männer wegen Spionage zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Zuvor hatte die Inhaftierung des „Washington-Post“-Korrespondenten Jason Rezaian für Proteste in Washington gesorgt. Dieser war ebenfalls wegen Spionagevorwürfen verurteilt worden und saß anderthalb Jahre im Gefängnis, bevor er im Januar zusammen mit zwei weiteren US-Bürgern freigelassen wurde. Die Freilassung erfolgte kurz vor dem offiziellen Inkrafttreten des Atomabkommens mit dem Iran. Die US-Justiz entließ im Gegenzug sieben Iraner aus der Haft.