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Abschied von einer Hollywood-Größe

Der US-Schauspieler Martin Landau, der für seine Rolle als Bela Lugosi in „Ed Wood“ einen Oscar erhielt, ist tot. Landau starb bereits am Samstag im Alter von 89 Jahren „nach unerwarteten Komplikationen“ in einem Krankenhaus in Los Angeles, wie seine Sprecherin am Sonntag der dpa mitteilte.

Weitere Angaben zum Grund seiner Behandlung im Krankenhaus gab es zunächst nicht. Bis zuletzt war Landau noch vor der Kamera gestanden. Hollywood trauerte am Sonntag um den Charakterdarsteller. „Mit Martin Landau an ‚Ed Wood‘ zu arbeiten war eine Freude. Was für ein talentierter, netter, großherziger Schauspieler“, schrieb Oscar-Preisträgerin Patricia Arquette auf Twitter.

„Er war immer so nett zu mir. Ich werde ihn vermissen“, schrieb Marlee Matlin bei dem Kurznachrichtendienst. Auch Alec Baldwin und William Shatner bekundeten ihre Trauer.

Oscar-Ehren erst nach 70 Filmen

Landau hatte eine sechs Jahrzehnte lange Karriere mit fast 200 TV- und Filmauftritten. Die Methode des Method Acting studierte er bei deren Begründer Lee Strasberg. 1959 spielte er unter der Regie von Alfred Hitchcock in „Der unsichtbare Dritte“ mit. Woody Allen holte ihn für „Crimes and Misdemeanors“ („Verbrechen und andere Kleinigkeiten“) in der Rolle eines untreuen Arztes vor die Kamera.

Martin Landau

APA/AP/Girolamo Di Mayo

Landau als Rufio in Cleopatra aus dem Jahr 1963, neben Hauptdarstellerin Elizabeth Taylor

Doch erst 1995, nach mehr als 70 Hollywood-Filmen, erhielt er für seine Rolle als verblühter, morphiumsüchtiger Horrormeister Bela Lugosi in „Ed Wood“ seinen ersten und einzigen Oscar als bester Nebendarsteller. In Tim Burtons Hommage wirkten auch Johnny Depp, Bill Murray, Arquette und Sarah Jessica Parker mit. „Man kann den Job, den Landau als düsteren Ungarn hier abliefert, nicht überbewerten, schrieb damals die „Washington Post“ in ihrer Filmkritik. „Er ist sowohl körperlich als auch stimmlich verblüffend.“

Erste Wahl für Mr. Spock

Landau war auch weitere Male für den Academy Award nominiert. Für seine Rolle in "Tucker: The Man and His Dream“ von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1988, sowie für den Part in Allens 1989 "Crimes and Misdemeanors“ ein Jahr später wurde Landau als bester Nebendarsteller nominiert. Berühmt war Landau auch für eine Rolle, die er nicht bekam: Er war Gene Roddenberrys erste Wahl für die Rolle des Mr. Spock in Star Trek, die stattdessen Leonard Nimoy zur TV-Ikone machte.

Martin Landau

APA/Touchstone Pictures

Zu Oscar-Ehren als Bela Lugosi: Landau mit Johnny Depp in „Ed Wood“

Als Fernsehstar wurde er in den 1960er Jahren vor allem durch die Agentenserie „Kobra, übernehmen Sie“ (Originaltitel „Mission: Impossible“) an der Seite seiner damaligen Ehefrau Barbara Bain bekannt. In den 1970er Jahren war das Paar in der britischen Science-Fiction-Serie „Mondbasis Alpha 1“ zu sehen. Die Ehe wurde 1993 nach mehr als 35 gemeinsamen Jahren geschieden. Weitere TV-Rollen und Gastauftritte hatte Landau unter anderem in „Bonanza“ und „Solo für O.N.C.E.L.“.

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