SPÖ verteidigt Forderung nach zweitem Kindergartenjahr

Die SPÖ hat heute Kritik des Gemeindebunds an der geplanten Einführung eines zweiten Kindergartenjahres zurückgewiesen. Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek zweifelte die vom Gemeindebund befürchteten Kosten dafür an. Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl (ÖVP) hatte zuvor gesagt, dass der Bund den Gemeinden rund 100 Mio. Euro pro Jahr für die Umsetzung zahlen müsste. Generell stellte er die Sinnhaftigkeit der Maßnahme infrage.

„Ich bezweifle stark, dass das 100 Mio. Euro kostet“, meinte dazu Heinisch-Hosek, denn schon mit 70 Mio. Euro sei beim Gratisjahr für die Fünfjährigen das Auslangen gefunden worden. Von den Vierjährigen besuchen nur wenige keinen Kindergarten, begründete sie. Für Kinder sei das Gratiskindergartenjahr jedenfalls eine wichtige und gute Voraussetzung für den Übertritt in die Schule, bekräftigte sie.

Karmasin kritisiert Wien

Das für die Kindergärten auf Bundesebene zuständige Familienressort wollte die Gemeindebund-Kritik nicht kommentieren. Vergangene Woche wurde diesbezüglich auf die laufenden Verhandlungen mit den Bundesländern verwiesen.

Kritik richtete Familienministerin Sophie Karmasin hingegen nach Wien, denn die Bundeshauptstadt war säumig bei der Übermittlung von Daten für die jährliche Kindertagesheimstatistik. „Wien hat es als einziges Bundesland auch heuer wiederholt nicht geschafft, die Daten zur aktuellen Kindertagesheimstatistik zeitgerecht zu übermitteln“, so die Ministerin. Im Wiener Rathaus wurde betont, dass die Daten bereits übermittelt wurden. Das dauere in Wien länger, weil das Datenvolumen groß sei und man viele einzelne Träger berücksichtige müsse, sagte eine Sprecherin des zuständigen Stadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ).