VAE weisen Verwicklung in Hackerangriff auf Katar zurück

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bestreiten jede Verantwortung für einen Hackerangriff auf Katar. „Der Bericht der ‚Washington Post‘ von heute, dass wir die Katarer selbst gehackt haben, ist auch falsch“, sagte der Staatsminister im Außenministeriums der VAE, Anwar Gargasch, heute in London.

Weitere Sanktionen angekündigt

Gargasch kündigte weitere Sanktionen gegen Katar an. Darüber liefen derzeit Gespräche. Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrein und die VAE hatten Katar Terrorfinanzierung vorgeworfen und die Verbindungen gekappt.

Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, war im Mai in Sozialen Netzwerken und auf Nachrichtenseiten mit positiven Bemerkungen über die radikalislamische Hamas und den Iran zitiert worden. Die Aussagen sollen ebenfalls eine Rolle bei der Blockade gespielt und als Auslöser gedient haben.

Berichte über Urheber

Die „Washington Post“ berichtete gestern unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter, VAE-Regierungsvertreter hätten die Cyberattacke am 23. Mai diskutiert, einen Tag vor der Ausführung. Es sei dabei unklar, ob die VAE den Angriff selbst vorgenommen oder in Auftrag gegeben hätten. Die Geheimdienstler hätten in der vergangenen Woche von dem Vorgang Kenntnis gewonnen. Zuvor war ebenfalls unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtet worden, dass Russland für den Hackerangriff verantwortlich war.

Gargasch forderte eine regionale Lösung des Streits und eine internationale Beobachtung des Emirats. „Wir müssen sicherstellen, dass Katar, ein Staat mit Reserven von 300 Milliarden Dollar, nicht länger offiziell oder inoffiziell Dschihadisten und Terroristen unterstützt“, sagte er. Es gebe Anzeichen dafür, dass der Druck der vier Staaten auf Katar Wirkung zeige. Die vier Länder seien bereit, das noch lange fortzusetzen.