Themenüberblick

Nur vier Modelle „sauber“

Ein neuer Test zu den Abgaswerten von Dieselautos zeichnet ein vernichtendes Bild. Auch viele der neuesten Dieselmodelle überschreiten laut der Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die Grenzwerte bei Stickoxiden. Das berichtete am Mittwoch die „Bild“-Zeitung.

Die DUH teste 75 Dieselautos der neuen Generationen. Laut dem Bericht der „Bild"-Zeitung“ hielten dabei nur vier Autos den Grenzwert von 80 Milligramm Stickoxidausstoß je Kilometer ein, alle Modelle von deutschen Herstellern: Es handelt sich um den Audi A5 2.0 TDI, den Mercedes E 200d, den Audi Q3 2.0 TDI quattro und den VW Sharan 2.0 TDI.

Audi mit 17,8-facher Überschreitung

Angeführt werde die Negativliste vom aktuellen Audi A8 L 4.2 TDI, der beim Straßentest um das 17,8-Fache über dem Grenzwert liege, berichtete die Zeitung weiter. Ihm folgen Modelle von Fiat, Renault und Landrover. Unter den Top Ten der Verschmutzer waren der Liste zufolge auch Mercedes, Opel und VW.

Auf der anderen Seite der Skala befindet sich unter den zehn Modellen mit dem höchsten Stickstoffausstoß auch der neue, erst im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres eingeführte Volvo S90 4D. Das Modell mit auf der Straße gemessenen 1.076 Milligramm je Kilometer habe den Grenzwert 13,5-fach überschritten. „Die Liste zeigt, dass die Grenzwerte massenhaft und dramatisch selbst von neuen Modellen überschritten werden“, sagte der Testleiter der Umwelthilfe, Axel Friedrich. „Das ist schlicht nicht zu akzeptieren.“

Deutsche wollen härtere Gangart

Laut einer Umfrage wünscht sich eine große Mehrheit der Deutschen eine härtere Gangart der Politik gegenüber der Autoindustrie. In der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Tageszeitung „Die Welt“ zeigten sich 72,8 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass beim Thema Luftverschmutzung zu viel Nachsicht mit der Autoindustrie geübt wird.

Besonders Bewohner sehr dicht besiedelter Regionen plädieren für mehr Strenge, berichtete die Zeitung vorab. 80,6 Prozent wünschen sich hier eine härtere Gangart. In dünn besiedelten Regionen fordern in der nach Angaben der Zeitung repräsentativen Onlineumfrage immer noch 70,8 Prozent weniger Rücksicht auf die Interessen der Industrie.

Die Skepsis gegenüber Diesel schlägt sich auch weiterhin in den Verkaufszahlen nieder. Im Juli schrumpften die Neuzulassungen um fast 13 Prozent, wie das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dagegen legten Verkäufe von Benzinern erneut deutlich zu. Ihr Anteil am Pkw-Markt liegt inzwischen bei 56 Prozent, während Dieselautos nur noch etwas mehr als 40 Prozent ausmachen. Vor der Dieselkrise war es umgekehrt.

Links: