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Dokumente beschlagnahmt

In der Affäre um mutmaßliche Kontakte nach Russland während des Wahlkampfs von US-Präsident Donald Trump ist nun dessen früherer Berater Paul Manafort erneut in die Schusslinie geraten. Ende Juli durchsuchten Beamte der Bundespolizei FBI ein Anwesen Manaforts und sollen zahlreiche Dokumente beschlagnahmt haben.

Am Mittwoch bestätigte das Büro des Lobbyisten und umtriebigen Politikberaters die Hausdurchsuchung, nachdem zuvor die „Washington Post“ darüber berichtet hatte. Laut der Zeitung hatte das FBI in den frühen Morgenstunden des 26. Juli - „ohne vorherige Warnung“ - an Manaforts Tür in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia geklopft.

Weitere zentrale Figur in Russland-Affäre

Trumps früherer Wahlkampfchef steht im Zusammenhang mit den Untersuchungen des FBI in der Russland-Affäre, in der mit Robert Mueller auch ein Sonderermittler tätig ist. Es besteht der Verdacht, dass Trumps Wahlkampfteam mit Russland zusammengearbeitet haben könnte, um einen Wahlsieg der Demokratin Hillary Clinton zu verhindern.

Bei der Hausdurchsuchung seien „Dokumente und andere Materialien“ beschlagnahmt worden, berichtete die „Washington Post“ weiter unter Berufung auf namentlich nicht genannte, mit der Aufklärung der Affäre befasste Personen. Einen Tag davor hatte Manafort - hinter verschlossenen Türen - freiwillig vor dem Intelligence Committee, dem Geheimdienstausschuss des Senats in Washington, ausgesagt. In einer öffentlichen Anhörung im Kongress musste er sich, anders als ursprünglich geplant, nicht äußern. Der Justizausschuss des Senats zog eine entsprechende Vorladung zurück.

Mögliche Zweifel an Aussage

Nach der Hausdurchsuchung Ende Juli hätten FBI-Beamte, die mit Sonderermittler Mueller zusammenarbeiteten, Manaforts Haus mit „unterschiedlichen Aufzeichnungen“ verlassen, schrieb nun die „Washington Post“. Er sei kooperativ gewesen, betonte Manaforts Sprecher, Jason Maloni, laut der US-Tageszeitung. Er habe auch den Untersuchungsausschüssen zu der Causa freiwillig Dokumente ausgehändigt.

Aber: Die frühmorgendliche Polizeiaktion könne ein Indiz dafür sein, dass die Ermittler Zweifel hätten, dass er tatsächlich alle wichtigen Materialen herausgerückt habe. Außerdem könnte sie auch „eine Botschaft“ an Trumps früheren Wahlkampfberater gewesen sein - nämlich dahingehend, dass er sich keine Sonderbehandlung durch Muellers Team zu erwarten habe. Welchen Ermittlungswert die Dokumente haben, ist laut der Zeitung unklar.

Berater auch für Diktatoren

Manafort ist seit Jahren eine schillernde Figur im Dunstkreis der US-Republikaner. Die „Washington Post“ verweist aber auch auf seine Arbeit für internationale Klienten, darunter „Diktatoren“ - ohne Namen zu nennen. Kunden waren etwa Ferdinand Marcos (Philippinen), Siad Barre (Somalia), Mobute Sese Seko (Demokratische Republik Kongo) und andere mehr.

Manafort werden aber auch gute Kontakte nach Russland nachgesagt. Von Juni bis August 2016 hatte er den Wahlkampf Trumps geleitet, bevor der heutige Präsident ihn wegen seiner undurchsichtigen Kontakte zur früheren prorussischen Regierung in der Ukraine entlassen musste.

Manafort war auch einer der Teilnehmer bei dem Treffen von Trumps Sohn Donald Jr. im Juni 2016 mit einer russischen Anwältin. Sie hatte angeblich belastendes Material über Hillary Clinton in Aussicht gestellt. Trump weist jedwede Absprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland energisch zurück.

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