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Präsidentin will Landforderungen prüfen

Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet hat sich jüngst im Namen ihres Landes bei den Mapuche für das ihnen angetane Leid entschuldigt. „Wir haben als Land versagt, deshalb möchte ich das Mapuche-Volk um Verzeihung bitten für die Fehler und die Gräuel, die in unseren Beziehungen mit ihnen und ihren Gemeinschaften verübt oder geduldet wurden“, so die Staatschefin im Juni dieses Jahres.

Seit der Entstehung der Republik Chile zu Beginn des 19. Jahrhunderts hätten „Identität, Kultur, Land und Lebensart“ der Mapuche nicht den ihnen zustehenden Schutz erhalten. Vielmehr seien die Ureinwohner „entwertet und diskriminiert“ worden.

Protest gegen Aneignung

Die sozialistische Präsidentin Bachelet äußerte die Entschuldigung bei der Vorstellung eines Plans zur Entwicklung der südlichen Region La Araucania, einem Stammesgebiet der Mapuche. Sie kündigte an, dass sich ein Ausschuss mit den Landforderungen der Ureinwohner befassen werde.

Die Mapuche protestieren gegen Ausbeutung und Zerstörung ihrer ureigenen Territorien in der Region, unter anderem durch Holzunternehmen, die dort seit Jahren Wälder abholzen. Sie verweisen darauf, dass das Land bis zur Ankunft der europäischen Eroberer den Indigenen gehörte. Die jetzigen Besitzer hätten es sich unrechtmäßig angeeignet.

Unter Pinochet verboten

Jahrhundertelang bekämpften die Mapuche die spanischen Konquistadoren, bevor das chilenische Heer sie Ende des 19. Jahrhunderts unterwarf. Unter der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet wurde die nationale Vereinigung der Mapuche verboten, ihre Führer wurden verhaftet und ermordet. Heute sind von den 17 Millionen Chilenen nur noch 700.000 Mapuche.

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