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Erneut Vorwürfe gegen Moderator

Der konservative US-Nachrichtensender Fox News wird erneut von Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen einen seiner Mitarbeiter belastet. Moderator Eric Bolling soll laut einem Bericht der Onlinezeitung Huffington Post vor mehreren Jahren Fotos männlicher Genitalien an zwei Kolleginnen geschickt haben.

Wie ein Sprecher des Senders am Samstag sagte, wurde Bolling während der Ermittlungen vom Dienst suspendiert. Der Moderator bestreitet die Vorwürfe. Sein Mandant „erinnert sich nicht an unangemessene Kommunikation“ und „glaubt nicht“, dass er derartige Mitteilungen verschickt habe. Er werde seine rechtlichen Mittel ausschöpfen, um gegen „falsche und verleumderische Vorwürfe“ vorzugehen, sagte Bollings Anwalt.

Bereits mehrmals aufgefallen

Der Zeitungsbericht zitiert eine Reihe anonymer Quellen in und außerhalb des Senders, der als ein Sprachrohr der US-Konservativen gilt und der meistgesehene Kabelnachrichtenkanal in den USA ist. Bolling war in der Vergangenheit wiederholt wegen rassistischer und sexistischer Aussagen aufgefallen.

Im vergangenen Jahr musste Senderchef Roger Ailes zurücktreten, nachdem ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Anschließend trennte sich Fox wegen Belästigungsvorwürfen von seinem Starmoderator Bill O’Reilly. Mit seiner Sendung „The O’Reilly Factor“ war dieser eines der bekanntesten TV-Gesichter in den USA. Die tägliche Talksendung samt der Zusammenfassung und Kommentierung des Nachrichtentags zur Primetime um 20.00 Uhr galt als wichtiger Quotenbringer für den Sender.

Berichte über Schweigegeldzahlung

Die „New York Times“ berichtete, dass O’Reilly und Fox News insgesamt 13 Millionen Dollar (12,2 Mio. Euro) als Schweigegeld wegen Belästigungsvorwürfen an fünf Frauen gezahlt haben sollen. Im Gegenzug mussten sich die Frauen laut Zeitung verpflichten, die Vorwürfe nicht öffentlich zu machen und keine Klagen einzureichen.

Es handle sich bei ihnen um Frauen, die entweder für O’Reillys Show arbeiteten oder dort regelmäßig zu Gast waren, hieß es in dem Bericht. Eine Frau wandte sich trotzdem an die Öffentlichkeit und berichtete von einer Belästigung im Jahr 2013. Wegen der Vorwürfe setzten Konzerne wie Mercedes-Benz, BMW, Toyota, Hyundai, die US-Versicherung Allstate und der französische Pharmariese Sanofi ihre Aufträge für Werbespots aus, daraufhin wurde O’Reilly im April entlassen.

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