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Jahresrekord in Niederösterreich

Die schweren Unwetter in der Nacht sind von zahlreichen Blitzeinschlägen begleitet worden. Das österreichische Blitzortungssystem ALDIS (Austrian Lightning Detection and Information System) registrierte von Donnerstag 8.00 Uhr bis Freitag 8.00 Uhr 9.121 Blitzeinschläge in Österreich. Am Donnerstag allein gab es 7.014 Blitze.

Die blitzreichsten Bundesländer waren Niederösterreich mit 2.669, die Steiermark mit 2.245 und Oberösterreich mit 1.476 Einschlägen. In Niederösterreich waren das die blitzreichsten 24 Stunden dieses Jahres. In allen anderen Bundesländern gab es heuer schon Tage mit mehr Blitzen. An der markanten Grenze zwischen kühler Luft im Westen und heißer Luft im Osten waren in der vergangenen Nacht die befürchteten schweren Gewitter entstanden. Laut wetter.ORF.at sind Gewitter weiterhin möglich - mehr dazu in wetter.ORF.at.

Österreichkarte

Grafik: ORF.at; Quelle: ALDIS

Stürme mit bis zu 130 km/h

Vor allem die heftigen Sturmböen und der starke Regen verursachten in der Nacht auf Freitag Schäden. An den Wetterstationen wurden im Gebiet vom Burgenland über das Wiener Becken bis zum Weinviertel in vielen Regionen Sturmböen um 100 km/h gemessen.

Rekord in Niederösterreich

Die Anzahl der Blitze wurde in der Nacht über Österreich immer höher. Ein Rekord wurde dabei in Niederösterreich gebrochen.

Am Flughafen Schwechat wurden fast 120 km/h registriert, in Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) sogar knapp 130 km/h. Selbst in der Wiener Innenstadt erreichten die Sturmböen noch um die 90 km/h.

Riesige Regenmengen

Innerhalb kurzer Zeit kamen auch beachtliche Regenmengen zusammen. So fielen in Dellach im Drautal von Donnerstagfrüh bis Freitagfrüh knapp 70 Millimeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen August regnet es in Dellach im gesamten Monat 130 Millimeter. In Innsbruck kamen in 24 Stunden 55 Millimeter Regen zusammen. In einem durchschnittlichen August regnet es in Innsbruck im gesamten Monat rund 130 Millimeter.

2017 bisher im Blitzdurchschnitt

In Sachen Blitze zählte die Auswertung durch ALDIS für 2017 bis Ende Juli rund 281.000 Blitze, bei 39.000 davon handelte es sich um Wolke-Erde-Blitze, also tatsächliche Blitzeinschläge. Damit liege 2017 derzeit ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahre, heißt es.

Blitz

APA/Einsatzdoku-Lechner

Blitze in der Nacht über Niederösterreich

Von den Rekorden sind die Blitzzahlen der 24 Stunden von Donnerstag- bis Freitagfrüh ebenfalls weit entfernt. So gab es beispielsweise im Sommer 2015 allein in der Steiermark einen Tag mit rund 6.800 Blitzeinschlägen und in Niederösterreich brachte der Sommer 2014 einen Tag mit rund 5.100 Blitzeinschlägen. Im Juli 2012 wurden binnen zwölf Stunden gar 22.000 Blitze gezählt.

Steiermark mit höchster Blitzdichte

Teile Österreichs, nämlich die Bundesländer Steiermark und auch Kärnten, gehören insgesamt zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Hier herrschen durch die südliche Lage und die Nähe zur Adria oft „ideale“ Voraussetzungen für Gewitter: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Das zeigt auch die bisherige ALDIS-Jahresstatistik, wo die Steiermark mit knapp über 10.000 von 39.000 Blitzeinschlägen insgesamt österreichweit eindeutig vorne liegt.

Eine Auswertung der Bezirke mit der höchsten Blitzdichte (Zeitraum 2010 bis 2016) zeigt gleich sechs steirische Bezirke an der Spitze, wobei Weiz mit über drei Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer und Jahr den ersten Platz einnimmt. Am wenigsten blitzt es aufgrund der dortigen Bedingungen in Westösterreich, wo die Bezirke mit den wenigsten Entladungen Feldkirch und Bludenz sind (0,7 und 0,8 Entladungen pro Quadratkilometer und Jahr). Auch der Nordosten Österreichs ist im Vergleich zu den südlicheren Regionen blitzarm.

Die Zahl der Blitze in Österreich schwankt dabei insgesamt von Jahr zu Jahr stark und liegt meist zwischen 100.000 und 200.000 Blitzeinschlägen in den Boden („Flashes“) jährlich. Rechnet man auch die Wolke-Wolke-Blitze dazu, blitzt es in Österreich pro Jahr durchschnittlich zwischen 700.000- und 800.000-mal, berichtete ALDIS.

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