Themenüberblick

Schwere Schäden in der Landwirtschaft

Die Aufräumarbeiten nach den erneuten schweren Unwettern werden noch Tage in Anspruch nehmen. Die heftigen Gewitter richteten in vielen Regionen schwere Schäden an der Infrastruktur an. Auch in der Landwirtschaft wird das Ausmaß der Zerstörung erhoben.

Im Burgenland dürfte der Schaden für Landwirte ersten Schätzungen der Landwirtschaftskammer (LWK) zufolge bei über einer Million Euro liegen. Ein genaueres Schadensausmaß kann erst nach Begutachtung durch die Sachverständigen der Hagelversicherung angegeben werden, teilte die burgenländische LWK mit.

Zahlreiche Folientunnel und auch einige Glashäuser wurden durch die Gewitter mit Starkregen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h beschädigt. In manchen Weingärten knickte der Sturm die Stecken um, an denen die Reben gezogen werden - mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Schwere Unwetterschäden im Weingarten

APA/Bgld. Landwirtschaftskammer/Steinhofer

In Pamhagen im Burgenland knickte der Sturm die metallenen Stecken der Weinreben um

Steiermark: Bäume stürzten auf Haus

Eine heftige Regenfront mit Sturmböen zog auch über das Ennstal in der Steiermark und sorgte dafür, dass zahlreiche Bäume umstürzten, wie die Feuerwehr mitteilte. Am stärksten betroffen war der steirische Ortsteil Hinterwald in Kleinsölk (Bezirk Liezen), wo Bäume im Ausmaß von rund zehn Hektar Waldfläche im aufgeweichten Boden keinen Halt mehr fanden und umstürzten. Dabei wurden auch ein Wohnhaus und ein Carport getroffen. Die Einsatzkräfte mussten mit Starkregen, Sturm und Hagel kämpfen, Hunderte Haushalte waren ohne Strom - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Feuerwehrmänner pumpen Wasser vom überfluteten Campingplatz ab

APA/BFV MU/Walter Horn

Feuerwehrleute Freitagnachmittag im Einsatz auf einem überfluteten Campingplatz in Murau im steirischen Murtal

Straßen in Niederösterreich überflutet

In Niederösterreich stand die Feuerwehr ab 22.00 Uhr im Dauereinsatz, teilte der Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos Niederösterreich, Alexander Nittner, mit. Zahlreiche entwurzelte Bäume, die auf Straßen, Stromleitungen und Häuser gestürzt waren, mussten beseitigt werden. Außerdem wurden mehrere Keller überflutet und mussten ausgepumpt werden.

Feuerwehreinsatz in Baden bei Wien

APA/FF Baden Stadt

Die Feuerwehr bei einem Einsatz in Baden in Niederösterreich

Allein im Bezirk Baden rückten die Feuerwehren zu 97 Einsätzen aus. Starke Niederschläge, begleitet von Sturmböen um die 100 km/h, sorgten für Straßenüberflutungen sowie zahlreiche entwurzelte Bäume. Dächer wurden weggerissen, in manchen Gemeinden kam es zu größeren Stromausfällen, wie das Bezirksfeuerwehrkommando Baden mitteilte. Auch Schneepflüge waren bei den Aufräumarbeiten im Einsatz - mehr dazu in noe.ORF.at.

Wieder schwere Unwetter

Es war eine Nacht mit Blitz und Donner: Mehrere Zugsverbindungen in Niederösterreich und im Burgenland wurden unterbrochen. Stark betroffen waren auch die Obersteiermark und Oberkärnten.

Campingplatz evakuiert

In Kärnten waren die Bezirke Spittal und Hermagor, teilweise auch Villach-Land und Feldkirchen am meisten von Unwettern betroffen. Häuser wurden abgedeckt, Muren gingen ab, Bäche traten über die Ufer, Keller wurden überschwemmt, zahlreiche Bäume stürzten um und richteten Schäden an. Ein Campingplatz in Möllbrücke musste evakuiert werden, es gab Verletzte. Der Bahnhof von Sachsenburg wurde von den Sturmböen teilweise abgedeckt - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Die Drautalstrecke zwischen Lendorf und Greifenburg war Freitagabend gesperrt. Dachteile waren auf die Gleise und auf die Stromleitung gefallen, sagte ein ÖBB-Sprecher. Die Schäden sind beträchtlich, der Bahnhof muss nun trockengelegt werden. In Tirol bleibt die Brennerbundesstraße (B182) zwischen Mühlbachl und Schönberg zumindest bis Samstag gesperrt - mehr dazu in tirol.ORF.at.

Umgestürzter Wohnwagen

APA/Österreichisches Rotes Kreuz

Der Wind warf in Kärnten auf einem Campingplatz einen Wohnwagen um

In Wien wurde am Donnerstagabend wegen der schweren Gewitter das Open-Air-Konzert der US-Indieband Interpol in der Arena kurz nach Beginn abgebrochen - mehr dazu in fm4.ORF.at. Alle Hallen der Arena wurden geöffnet, damit Besucher nicht bei Blitz und Donner auf die Straße mussten. In der Bundeshauptstadt rückte die Feuerwehr rund 200-mal aus, vorwiegend wegen umgestürzter Bäume, loser Dachziegel und umgeworfener Plakatwände - mehr dazu in wien.ORF.at.

Weitere Gewitter möglich

Während in zahlreichen Regionen die Aufräumarbeiten laufen, bereiten sich die Feuerwehren andernorts auf weitere Gewitter vor. Nach den Überflutungen der letzten Tage mit Millionenschäden im Salzburger Gasteinertal rüsten sich die örtlichen Feuerwehren gegen Hochwasser durch vorausgesagten Starkregen. Technische Unterstützung kommt aus der Stadt Salzburg. Das ganze Gasteinertal (Pongau) ist in Alarmbereitschaft, besonders betroffen aber bleibt Dorfgastein - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Deutsche Ministerin in Italien verletzt

Auch in Österreichs Nachbarländern zogen Unwetter eine Spur der Verwüstung. In Westungarn waren mehr als 100.000 Haushalte ohne Strom, die Zugsverbindungen nach Österreich wurden unterbrochen. In der Ortschaft Kenez östlich von Szombathely krachte ein Hausdach auf ein Auto. Der Fahrer wurde getötet. Auch in Tschechien und der Slowakei kam es zu Stromausfällen und Verzögerungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Heftige Unwetter haben im Norden Italiens Campingplätze unter Wasser gesetzt, das Stromnetz lahmgelegt und Bäume entwurzelt. Bei starkem Wind und heftigem Regen wurden mehrere Menschen verletzt, darunter die Deutsche Diana Golze, Sozialministerin des deutschen Bundeslands Brandenburg. Die Linken-Politikerin wurde während eines Urlaubs am Donnerstagnachmittag auf einem Campingplatz in Norditalien von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

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