Locarno: Goldener Leopard geht an „Mrs. Fang“

Überraschung zum Finale des 70. internationalen Filmfestivals in Locarno: Der „Goldene Leopard“ ging an die Dokumentation „Mrs. Fang“ des chinesischen Regisseurs Wang Bing. Das gab die Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Olivier Assayas gestern bekannt. Der Film begleitet das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau.

Wang Bing mit der Auszeichnung

APA/AFP/Locarno International Film Festival

Die Wettbewerbsjury entschied vielfach an den Erwartungen vorbei. Hoch gehandelt worden waren als beste Schauspielerin etwa Johanna Wokalek in „Freiheit“ und Harry Dean Stanton in „Lucky“. Ausgezeichnet wurden Isabelle Huppert als zickige Lehrerin in „Madame Hyde“ und Elliott Crosset Hove als gewalttätiger Arbeiter in „Winterbrüder“.

Anders als diese Entscheidungen findet die Vergabe des Spezialpreises der Jury an den brasilianisch-französischen Spielfilm „Gute Manieren“ einhellig Beifall. Das Drama erzählt vom Leben einer jungen Frau und ihres angenommenen Sohnes, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. Als bester Regisseur wurde wurde F.J. Ossang gekürt. Am Abend vergeben die Zuschauer den begehrten Publikumspreis.