Ärzte skeptisch bei Zusammenlegung von Krankenkassen

Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres sieht Pläne für eine Zusammenlegung von Krankenversicherungsträgern skeptisch. Die Debatte und die angekündigte Studie des Sozialministeriums ist für Szekeres „ein bisschen ein Zirkus“ der Regierungsparteien, sagte er gegenüber der APA.

Hauptverband „nicht unbedingt ein Muss“

Er würde zwar strukturelle Änderungen unterstützen, aber es sei eher zweitrangig, wie die Kassen organisiert seien. Wichtig sei, was sie für die Patienten anbieten. Hier unterstützt Szekeres die Bestrebungen des Hauptverbandes, die unterschiedlichen Leistungen der Kassen zu harmonisieren, fürchtet aber eine Nivellierung nach unten - auch bei den Tarifen für die Ärzte.

Seine frühere Forderung nach einer Auflösung des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger relativierte Szekeres. Diese Forderung sei damals mit Fehlern des Hauptverbands in Zusammenhang gestanden, etwa dem Mystery-Shopping. Wenn der Hauptverband nun eine sinnvolle Koordination hinbekomme, „muss man ihn nicht auflösen“, so Szekeres. Als Dachorganisation sei der Hauptverband aber auch „nicht unbedingt ein Muss“.

Primärversorgung: „Nicht praxistauglich“

Eine neue Primärversorgung der Patienten befürwortet Szekeres, das beschlossene Gesetz ist seiner Ansicht nach aber „nicht wirklich praxistauglich“. Er hält es für zu kompliziert. Den Plan, bis 2021 75 Primärversorgungseinheiten zu errichten, hält Szekeres für „sehr ambitioniert“, auch wegen der Finanzierung. Gegen den drohenden Ärztemangel, vor allem im Bereich Allgemeinmedizin, schlägt er eine Ausweitung der möglichen Angebote für die Ärzte vor.

Den Elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) lehnt der Ärztekammer-Präsident nicht generell ab. Seiner Ansicht nach stimmt aber nach wie vor die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht, und er sieht immer noch Sicherheitsprobleme. Für die E-Card wünscht er sich neben dem Foto indes weitere Zusatzfunktionen, wie das Vermerken von Allergien, chronischen Krankheiten oder der Blutgruppe.