Seit Monaten im Ausland: Nigerias Präsident meldet sich

Dem seit Monaten zur Behandlung im Ausland befindlichen nigerianischen Staatschef Muhammadu Buhari geht es nach offiziellen Angaben „gut“. „Mir geht es gut, ich glaube, dass ich nach Hause gehen könnte, aber die Ärzte haben das Sagen“, wird der 74-jährige Präsident in einer gestern verbreiteten Erklärung des nigerianischen Informationsministeriums zitiert. Aktuelle Aufnahmen des Präsidenten wurden nicht mitgeliefert.

Buhari hält sich seit mehr als drei Monaten zur Behandlung in der britischen Hauptstadt London auf. Die schweren Gesundheitsprobleme des Präsidenten wurden bereits im Juni 2016 offenkundig. Damals begab er sich nach London, um sich nach offiziellen Angaben wegen einer chronischen Ohrentzündung behandeln zu lassen.

Forderungen nach Rücktritt

In Nigerias Hauptstadt Abuja wurde zuletzt bei öffentlichen Kundgebungen der Rücktritt Buharis gefordert. „Wenn Präsident Buhari nach 90 Tagen nicht nach Nigeria zurückkommen kann, sollte er abtreten“, sagte ein Teilnehmer eines Sitzprotests am vergangenen Montag. Auf Plakaten hieß es: „Was stimmt nicht mit unserem Präsidenten?“ Die Bevölkerung verlange „volle Transparenz“. Bei der Präsidentenwahl 2015 behaupteten Buharis Widersacher, er leide an Prostata-Krebs. Buhari bestritt das.

2010 war der damalige nigerianische Präsident Umaru Musa Yar’Adua an einer Nierenerkrankung gestorben, über die die Öffentlichkeit zuvor nicht unterrichtet worden war. Die langwierige Behandlung Yar’Aduas im Ausland führte in Nigeria zu großer politischer Unsicherheit. Nach seinem Tod übernahm der damalige Stellvertreter Goodluck Jonathan das Amt.