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Die Weißen als Überraschungskandidat

Die Frist zur Einbringung von Wahlvorschlägen ist seit Freitag, 17.00 Uhr, beendet, und wie das Innenministerium kurz darauf mitteilte, treten bei der Nationalratswahl am 15. Oktober insgesamt 16 und damit so viele Parteien bzw. Listen an wie nie zuvor.

Österreichweit werden laut Innenministerium zehn Bewerber auf den Stimmzetteln stehen und damit so viele wie bisher nur 2008. Heuer kommen zu den fünf kandidierenden Nationalratsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen und NEOS noch zwei Abspalter - die Liste des früher grünen Abgeordneten Peter Pilz (PILZ) sowie die Freie Liste Österreich (FLÖ) des aus der FPÖ ausgeschlossenen Salzburgers Karl Schnell. Sie alle reichten ihre Landeswahlvorschläge mit den Unterschriften von drei Abgeordneten ein.

Bundesweite Kandidaten
Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ)
Liste Sebastian Kurz - Die neue Volkspartei (ÖVP)
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)
Die Grünen - Die Grüne Alternative (GRÜNE)
NEOS - Das Neue Österreich gemeinsam mit Irmgard Griss, Bürgerinnen und Bürger für Freiheit und Verantwortung (NEOS)
Die Weißen - Das Recht geht vom Volk aus. Wir alle entscheiden in Österreich. Die Volksbewegung. (WEIẞE)
Freie Liste Österreich & FPS Liste Dr. Karl Schnell (FLÖ)*
Kommunistische Partei Österreichs und Plattform PLUS - offene Liste (KPÖ)
Liste Peter Pilz (PILZ)
Liste Roland Düringer - Meine Stimme Gilt (GILT)
* In Kärnten mit der Bezeichnung Freie Liste Österreich & Freie Partei Salzburg Liste Dr. Karl Schnell eingebracht.

Die anderen Kandidaten mussten Unterstützungserklärungen sammeln, österreichweit zumindest 2.600 - zwischen 100 und 500 je nach Größe des Bundeslandes. In allen neun Bundesländern geschafft haben das die Kommunisten (heuer mit Jungen Grünen als KPÖ PLUS), die Liste Roland Düringer (GILT) sowie die bisher kaum in Erscheinung getretene Gruppierung Die Weißen - Das Recht geht vom Volk aus. Wir alle entscheiden in Österreich. Die Volksbewegung (WEIßE), die sich eigenen Angaben zufolge nicht als Partei, sondern als „direktdemokratisches Instrument“ betrachtet.

Stimmzettel für Nationalratswahl steht

Es ist ein langer Stimmzettel mit bundesweit zehn Parteien oder Bewegungen, wie sich viele derzeit lieber bezeichnen. Neben den alten Bekannten gibt es auch einige neue.

Längster Wahlzettel in Vorarlberg und Wien

Die meiste Auswahl werden heuer die Vorarlberger und die Wiener - mit jeweils 13 Listen - haben: In Wien (wo 500 Unterschriften nötig waren) haben es auch die drei Listen Für Österreich, Zuwanderungsstopp, Grenzschutz, Neutralität, EU-Austritt (EUAUS), Obdachlose in der Politik (ODP) sowie die Sozialistische LinksPartei (SLP) auf die Stimmzettel geschafft.

Die nötigen 100 Unterschriften in Vorarlberg haben ebenfalls drei - andere - Listen gesammelt: Die Christliche Partei (CPÖ), die Männerpartei (M) und die Neue Bewegung für die Zukunft (NBZ). Die SLP wird erstmals nicht nur in Wien, sondern auch in Oberösterreich antreten.

Wien und Oberösterreich
Sozialistische Linkspartei (SLP)
Vorarlberg
CPÖ - Christliche Partei Österreichs (CPÖ)
Männerpartei - für ein faires Miteinander (M)
NBZ - Neue Bewegung für die Zukunft (NBZ)
Wien
Für Österreich, Zuwanderungsstopp, Grenzschutz, Neutralität, EU-Austritt (EUAUS)
Obdachlose in der Politik (ODP)

Mit der Liste Pilz, der FLÖ, GILT, den Weißen, der NBZ und der ODP treten sechs Gruppierungen zum ersten Mal bei einer Nationalratswahl an. Damit steigt die Zahl der Nationalratskandidaten der Zweiten Republik auf 82. Von den 76 Parteien, die es in den bisher 21 Wahlen versucht haben, haben nur neun den Nationalrat erobert.

Wahlbehörden am Zug

Die am Freitag eingebrachten Landeswahlvorschläge (die Landes- und Wahlkreislisten umfassen) werden jetzt von den Wahlbehörden geprüft und spätestens am Donnerstag abgeschlossen und veröffentlicht.

Parteien, die (wenn sie über vier Prozent kommen) auch an der Verteilung der Restmandate im dritten Ermittlungsverfahren teilnehmen wollen, müssen bis 28. August Bundeslisten vorlegen. Diese werden nach der Sitzung der Bundeswahlbehörde (31. August) veröffentlicht. Die Bundeswahlbehörde könnte theoretisch auch noch Entscheidungen der Landeswahlbehörden korrigieren - und allenfalls eine Kandidatur doch nicht zulassen.

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